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Warum ist die Ukraine nicht in der NATO? – Aufklärung

Warum ist die Ukraine nicht in der NATO

Die NATO, Russland, die Ukraine – alles ist wieder in den Schlagzeilen und immer mal wieder in den Nachrichten. Und da fragt sich so mancher vielleicht, warum die Ukraine nicht Teil der NATO ist, wenn es alles doch viel einfacher machen könnte?

Was ist die NATO?

Die NATO (North Atlantic Treaty Organization) wurde 1949 gegründet und versteht sich als ein nordatlantisches Militär- und Verteidigungsbündnis und das bedeutet, dass die Streitkräfte, Regierungen und Werte der Mitgliedsstaaten Hand in Hand greifen, einander unterstützen, beraten, helfen und verteidigen, sollte es zu einem Angriff auf eines der Mitglieder kommen („Bündnisfall“). Die NATO ist aber nicht dazu da, gemeinsam gegen einen Feind loszuschlagen, also kein Kriegsbündnis, sondern – wie erwähnt – ein eher defensives Verteidigungsbündnis der westlichen Werte wie Liberalität, freie Marktwirtschaft, Demokratie.

Teil der Sowjetunion

Als die NATO unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde, war die Ukraine noch fester Bestandteil der Sowjetunion und damit auch des Gegenmodells der NATO: dem Warschauer Pakt. Eine Mitgliedschaft war also bis zur Unabhängigkeit in den 1990er Jahren absolut ausgeschlossen und wurde auch nie in Erwägung gezogen, weil die jeweilige Gegenseite immer als Feind betrachtet wurde, als möglicher Aggressor.

Nach der Unabhängigkeit

Als die Ukraine die Unabhängigkeit erreichte, kam es 1997 zu einem Partnerschaftsvertrag mit der NATO, um gemeinsame Übungen, Truppenaustausch und so weiter durchzuführen. Das Land und das Bündnis rückten enger zusammen und sorgten für gegenseitigen Austausch.

Ein Versuch, der NATO in den 2000ern beizutreten, scheiterte. Nicht zuletzt auch durch den Widerstand der Bevölkerung. Die Ukrainer sahen und sehen sich nach wie vor als Brudervolk der Russen und sehen es als eine Gefahr an, in diese Organisation einzutreten, die seit jeher Probleme mit Russland hatte und Russland mit ihr. Das Verhältnis war angespannt und daher war es auch immer angespannt zur Bevölkerung der Ukraine.

2008 wurde die Mitgliedschaft dann auch offiziell abgelehnt, weil noch Bedingungen zu erfüllen seien. Denn auch eine Mitgliedschaft in der NATO erfordert gewisse Bedingungen, etwa ausgeprägte Rechtstaatlichkeit, Marktwirtschaft und einen gewissen militärischen Standard.

Seit 2014

Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine nahmen in den letzten Jahren immer mehr zu und erreichten 2014 einen von vielen Höhepunkten. Die Krim wurde von Russland annektiert und der Osten der Ukraine wurde von Separatisten faktisch abgespalten.

Die neue Regierung der Ukraine schwenkte wieder auf den pro-NATO-Kurs ein und wollte sich ihr weiter annähern, doch eine Mitgliedschaft ist noch viel schwieriger geworden, da Teile der Ukraine sozusagen besetzt sind und seit 2014 schon ein brodelnder Konflikt mit Russland herrscht. Zudem will Russland seinen Zugang zum schwarzen Meer nicht verlieren.

Möglicher Krieg könnte drohen

Tritt die Ukraine jetzt ein, oder wäre es ab 2014, dann hätte man irgendwann Krieg zwischen NATO und Russland, denn die Ukraine würde angegriffen und könnte den Bündnisfall auslösen, wo jeder Angriff auf ein Mitgliedsland der NATO als Angriff auf alle gewertet und entsprechend beantwortet wird. Das wissen auch die Verantwortlichen in der NATO und bis auf weiteres wird eine Mitgliedschaft vom Tisch sein, solang der Konflikt nicht nachhaltig beigelegt ist.

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