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Warum hat Kurdistan kein Land? – Aufklärung

Warum hat Kurdistan kein Land

Kurdistan ist weltweit die größte staatenlose Ethnie der Welt. Da es sich um keinen souveränen Staat handelt, kann es nicht auf einer Karte gezeigt werden kann. Schätzungsweise liegt die Anzahl der Kurden zwischen 30 bis 35 Millionen Menschen. Sie sind vor allem im Osten der Türkei und den Randbereichen von Syrien, Irak und Iran zu finden und sind die größte ethnische staatenlose Gruppierung der Welt.

Warum verfügt Kurdistan über kein Land?

Viele Kurden stammen aus dem Nahen Osten. Gelehrte oder Kurden selbst können nicht genau sagen, woher ihre Ethnie stammt. Die Glaubensvorstellungen können je nach Familie und Herkunft sehr unterschiedlich sein. Häufig handelt es sich um Sunniten. Aber auch andere Religionen sind keine Seltenheit. Die Gemeinsamkeiten sind vor allem bei der Sprache und der kurdischen Identität zu finden. Man kann davon ausgehen, dass beides im Mittelalter entstanden ist. In der Vergangenheit haben Kurden die Geschichte der Länder Türkei, Syrien, Irak und Iran stark beeinflusst. Im 16. Jahrhundert hatte das Osmanische Reich einen Teil der kurdischen Gebiete erobert, obwohl die Kurden in der Region äußerst erfolgreich waren. Sie hatten damals einen großen Einfluss. Für sie war es ein großer Rückschlag, als sie auch eine Niederlage im Ersten Weltkrieg hinnehmen mussten.

Auflösung des Osmanischen Reichs

1920 wurde durch den Vertrag von Séves festgelegt, dass das Osmanische Reich aufgelöst werden soll. Den Kurden wurde durch die Alliierten Autonomie versprochen. Für die Kurden sah es anfangs wie ein Sieg in eigener Sache aus, aber das Versprechen kann nie zustande. Das lag unter anderem daran, dass der Vertrag nie ratifiziert wurde. Es fanden neue Verhandlungen zwischen der Türkei und den Alliierten statt. 1923 wurde die angepasste Vertragsänderung von Lausanne erneut auf den Weg gebracht. Er beinhaltete aber keine neuen Pläne für ein autonomes Kurdistan. Die Kurden haben seither immer wieder versucht, einen eigenen Staat auf die Beine zu stellen. Bisher war dieses Vorhaben aber vergebens.

Kurden in der Türkei

Kurden sind in der türkischen Region die größte ethnische Minderheit. Von der staatlichen Seite aus werden sie aber seit Jahren unterdrückt. Es wurde bis vor einigen Jahren in der Türkei sogar verboten, die kurdische Sprache zu nutzen. Durch die Spannungen kam es zwischen den türkischen Truppen und der Separatistenbewegung immer wieder zu Auseinandersetzungen. Seit 1984 kämpft die bewaffnete PKK gegen die Türkei. Diese Auseinandersetzung hat mittlerweile bereits über 40.000 Opfer gefordert. Eine Vielzahl der Opfer waren kurdische Zivilisten. Inzwischen hat sich der Konflikt auch auf Syrien ausgeweitet. Auch hier sind Kurden die größte Minderheit. Sie leiden seit vielen Jahren unter der staatlichen Unterdrückung. Die Kurden konnten während des Bürgerkrieges große Teile im Norden Syriens unter Kontrolle bringen. Sie arbeiteten während dieser Zeit häufig mit den US-Streitkräften zusammen, um gegen den Islamistischen Staat zu kämpfen. Die amerikanischen Truppen zogen Anfang Oktober 2019 von der türkisch-syrischen Grenze ab, als in den durch die von den Kurden kontrollierten Gebieten das türkische Militär einmarschierte. Die Kurden litten auch im Irak lange unter Blutvergießen und Konflikten. Zehntausende Kurden starben im ersten Golfkrieg in den Achtzigern. Der Irak setzte gegen die kurdischen Zivilisten chemische Kampfstoffe ein. Der Irak erlaubte der Regionalregierung Kurdistans, einen kleinen Teil des Landes als eine autonome Region Kurdistans zu übernehmen.

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