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Landwirtschaft

Landwirtschaft (auch Agrarwirtschaft genannt) bezeichnet den planmäßigen An- und Abbau pflanzlicher und tierischer Produkte zum Zweck der Bedarfsdeckung und Handel mit den erzeugten Erträgen. Zu diesem Zweck werden zielgerichtet Agrarflächen verschiedenster Art, sowie eine Reihe an Nutztieren verwendet. Die Abgrenzung zwischen Land- und Viehwirtschaft ist aus praktischer Sicht fließend und bedingt einander in diversen Bereichen.

Historie

Agrarwirtschaft ist einer der ursprünglichsten und ältesten Wirtschaftsformen. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen geht bereits auf die ersten Hochkulturen vor rund 12.000 Jahren zurück. Damals wie heute werden Photosynthese, klimatische Bedingungen und menschliches Know-how genutzt, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen. Heute wird knapp 10% der Erdoberfläche zum Wirtschaften verwendet. Durch eine Modernisierung der verwendeten Technologien ist es heutzutage möglich, bedeutend mehr Flächen gewinnbringend zu bewirtschaften und viele Arbeitsschritte zu erleichtern. Während die agrarwirtschaftliche Produktion lange Zeit von menschlicher Kraft abhingt, ermöglichen Maschinen und Fortschritte in der Robotik ein exponentielles Wachstum der Effizienz in diesem Bereich.

Erscheinungsformen

Die Strukturen der Landwirtschaft sind über die Jahrhunderte überwiegend gleichgeblieben. In mediterraneren Gebieten wird vorwiegend auf Pflanzen-, Frucht- und Gemüsewirtschaft gesetzt, während das kühlere Klima im Norden vorwiegend Forstwirtschaft bevorzugt. Da die Agrarkultur sich wie kaum ein anderer Wirtschaftssektor an die natürlichen Gegebenheiten anpassen muss, sind der Vielfältigkeit in der Nutzung von Bodenflächen Grenzen gesetzt. Empfindliche Umweltbedingungen durchkreuzen oftmals Pläne der Bewirtschaftung und stellen Landwirten vor gravierende Probleme.
Landwirtschaft in ihrer Gesamtheit dient nicht nur der Produktion, sondern ermöglicht auch Raumerschließung, sichert Arbeitsplätze und ermöglicht eine weitestgehend CO2 – neutrale Wirtschaftsform. Zusätzlich übernehmen agrarwirtschaftliche Flächen eine wichtige Rolle in der Aufrechterhaltung ökologischer Balance. Deutlichen Zuwachs erlebt außerdem der Einsatz landwirtschaftlich genutzter Areale zur Erholung und im Tourismussektor.

Wirtschaftliche Bedeutung

Agrarwirtschaft ist bis heute der wichtigste Wirtschaftszweig. Auch wenn industriell fortschrittlichere Länder einen niedrigeren Anteil am Primärsektor aufweisen, hat Landwirtschaft besonders in Entwicklungsländern einen essenziellen Anteil am Brutto-Inlandsprodukt. Je nach Region variiert die Bedeutung der Landwirtschaft stark. Die Globalisierung und die Simplifizierung von Import und Export ermöglicht auch wirtschaftlich schwächeren Nationen Handel mit zum Teil seltenen Ressourcen. In Europa spielt Landwirtschaft auf dem Papier eine eher untergeordnete Rolle. Auf den zweiten Blick stellt die Produktion von Lebensmitteln und Erzeugnisse des täglichen Lebens auch für die Weltnationen eine wichtige Wirtschaftssparte dar. Oftmals haben diese Länder jedoch auch Zugang zu besseren Technologien, die hocheffizient Erträge selbst auf flächenmäßig kleinen Arealen erzeugen. Damit werden Entwicklungsländer vor große Probleme gestellt, da sie nicht mit den Preisen aus Europa, den USA oder China mithalten können.