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Warum hat Napoleon Russland angegriffen? – Aufklärung

Der Angriff Napoleons auf Russland erfolgte 1812 im Rahmen der Koalitionskriege. Grund für Napoleons Einmarsch in das Zarenreich der damaligen Zeit war der Austritt Russlands ein Jahr zuvor aus der sogenannten Kontinentalsperre. Der Grund für den Austritt war mannigfaltig. Zum einen hatte Russland immense wirtschaftliche Rückschläge zu verzeichnen, die aufgrund der englischen Blockade entstanden waren. Zum anderen hatte es Napoleon kurz zuvor geschafft das Herzogtum Oldenburg in seinem Siegeszug einzunehmen. Dieses wurde von einem Schwager des damaligen russischen Zaren geführt. Somit waren es sowohl wirtschaftliche, politische wie auch private Gründe, die in den Verstrickungen der damaligen Zeit dazu geführt haben, dass Napoleon mit seiner Armee gen Moskau schickte.

Dass eben jener Kriegszug zu Napoleons Niederlage führen würde und damit die Befreiungskriege aus der napoleonischen Herrschaft begannen, war damals in keinster Weise abzusehen. Das Rüsten beider Länder – Russlands und Frankreichs – nahm ein gutes Jahr in Anspruch. Russland nutzte die zeitliche Chance, um sich mit den Schweden und dem Osmanischen Reich zu verbünden, wie ebenfalls Preußen auf seine Seite zu ziehen. Bündnispartner, die auch geographisch strategisch für einen potentiellen Erfolg Russlands zur damaligen Zeit von Vorteil waren.

Der napoleonische Feldzug

Ende Juni 1812 erreichte die Armee Napoleons die Memel, die sie ohne größere Schwierigkeiten überquerte. Rund 500 000 Mann zählte das Heer des französischen Kaisers. Der Feldzug gegen Russland hatte seinen Anfang genommen, stand aber unter keinem guten Stern. Denn bereits zu Beginn wurde das Heer von Regenfällen überrascht, die das Land überschwemmten und damit die Versorgungskette unterbrochen wurde. Hinzu kam die dünne Besiedelung des Landes, dass das 500 000 Mann starke Heer nicht ernähren konnte. Soldaten, Vieh und Pferde verhungerten. Andere wurden von der Ruhr geholt. Napoleon setzte seinen Eroberungszug Richtung Russland weiter fort. die weißrussischen Städte Wilna und Minsk wurden eingenommen.

Zur ersten Schlacht auf russischem Boden kam es schließlich am 17.August des gleichen Jahres. Die Schlacht um Smolensk. Bis zu diesem Zeitpunkt war die lange Versorgungskette stark ausgedünnt, die russischen Soldaten hatten sich mehr und mehr ins Landesinnere zurück gezogen und die Armee Napoleons hatte bereits ein Drittel seiner Stärke an Hunger, Ruhr und Hitzewellen verloren. Napoleon überrannte mit seinem Heer die Stadt und bereits einen Tag nach Angriff zogen sich die Russen aus der Stadt zurück. Doch nicht ohne Schaden anzurichten: Smolensk brannte bis auf die Grundmauern nieder. Eine wertlose Stadt für den französischen Kaiser.

Potentielle Friedensverhandlungen verweigerte der russische Zar und nur knapp 4 Monate nachdem das bis dato größte Heer der Menschengeschichte die Memel überquerte, befahl Napoleon den Rückzug. 275 000 Tote hatte der Einzug nach Russland der französischen Armee bereits gekostet. 200 000 Gefangene wurden genommen. Der anrückende Winter ließ Napoleon nichts anderes übrig.

Doch so einfach ließen die Russen die Armee nicht ziehen. Sie verfolgten Napoleons Heer und griffen immer wieder unerwartet an. Entscheidende Siege wurden in Tarutino und an der Beresina erzielt. Nur ein Bruchteil der einstiegen 500 000 Mann starken Armee kehrte in die Heimat zurück. Napoleon selbst erschien das erste Mal im Dezember in Paris, wo er einen Putschversuch gerade noch verhindern konnte.