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Warum hat Russland Alaska verkauft? – Aufklärung

Warum hat Russland Alaska verkauft

Wer verstehen möchte, weshalb Russland Alaska an Amerika verkauft hat, muss zunächst die Geschichte von dem Land im Norden von Nordamerika kennenlernen.

Die Entdeckung Alaskas:

Alaska wurde im 18. Jahrhundert von dem Dänen Vitus Bering im Auftrag des russischen Zaren entdeckt. Er sollte für Russland nach einem Weg in das neue Land suchen. Er machte sich also vom Osten des russischen Reiches auf die Suche. Nach ihm ist die Beringsee benannt, die zwischen Amerika und Russland liegt. Zunächst bereiste er nur die Inselkette der Aleuten. Das Festland wurde zum Vorposten Russlands zur Neuen Welt. Doch der Landstrich war nur von wenigen Menschen bevölkert. Die ansässigen Inuit lebten immer schon ein karges Leben. Sie hatten sich an die Gegebenheiten angepasst.

Der Verkauf Alaskas:

Zunächst nutzte Russland den Robbenfang als Einnahmequelle. Durch den übermäßigen Fang nahm der Bestand aber schnell ab. Dadurch war die Reise von Russland nach Alaska weniger lohnenswert. Das Klima ist kalt und der Boden kann nicht kultiviert werden. Der Krimkrieg, der 1853 begann, entwickelte sich zu einem Stellungskrieg. Er kostete viele Menschenleben. Zusätzlich wurde das Guthaben des Zaren dadurch stark vermindert. Alaskas Robbenvorkommen war ausgeschlachtet. Der Zar erwartete von diesem Land keine weiteren Gewinne. So bat er dieses Stück Land zum Verkauf an. Zuerst wurde der Kauf den Engländern, die bereits in Kanada angesiedelt waren, angeboten. Als sie kein Interesse zeigten, schickte der Zar einen Bevollmächtigten in die USA. Da dies von vorneherein sein bevorzugter Handelspartner war, bot er Alaska für ungefähr 6 Millionen Dollar zum Verkauf an. Amerika war anfangs nicht sehr interessiert an dem Handel. Die geringe Bevölkerung bedeutete für den damaligen Präsidenten keinen echten Vorteil. Durch geschicktes Verhandeln wechselte das Land für 7,2 Millionen Dollar schließlich seinen Besitzer. Der Zar konnte die Devisen gut brauchen. Durch die Kriege war die Staatskasse deutlich geleert.

Das Volk der Inuit:

Die Ureinwohner Alaskas wurden bei diesem Handel nicht gefragt. Die Menschen lebten seit Generationen in einem Land, das regelmäßig mit Schnee und Eis bedeckt ist. Traditionell lebten sie in relativ kleinen Gruppen zusammen. Im Sommer nutzen sie die weiten Grünflächen. Sie jagten die Tiere, die auf der Wanderschaft ihre Gebiete kreuzten. Im Winter bestand die Hauptnahrungsquelle aus dem Fleisch von Robben und Walen. In den kalten Monaten waren die Iglus ihr Schutzort. Sie wurden aus festen Eisblöcken aufgebaut. Während die Männer zur Jagd gingen, mussten die Frauen für Trinkwasser und Nahrung und Kleidung sorgen. Kamen die Männer dann nach einer erfolgreichen Jagd zurück, wurde die gesamte Beute verarbeitet. Das frische Fleisch war nicht lange haltbar. Außerdem zog es andere Räuber wie den Eisbären an. Es war deshalb wichtig, das gefangene Tier unter allen Mitgliedern der Gruppe aufzuteilen. Die Knochen, Gräten und die Häute wurden zu Kleidung und Werkzeugen verarbeitet. Das Fett und Fleisch der Tiere wurde verzehrt oder verarbeitet. Sie lebten vor der Ankunft der russischen Tierfänger autark.

Fazit:

Ein Land zu kaufen oder zu verkaufen erweckt den Eindruck, als sei es ein gewöhnliches Gut. Dieses wechselt durch die Bezahlung eines Preises den Eigentümer. Doch Alaska ist und war nicht unbewohntes Gebiet. Die Inuit besaßen vor der Entdeckung durch Vitus Bering bereits eine Religion. Das Leben verlief in einem Rhythmus, der sich an die Natur angepasst hatte. Der Glauben der russischen Zuwanderer veränderte das Leben bis heute. Die Menge der Tiere, die gejagt wurden, entsprach dem, was die wenigen Menschen benötigten. Durch die russischen Robbenfänger wurde die Population der Tiere fast ausgelöscht. Die Inuit verloren dadurch in kurzer Zeit ihre Lebensgrundlage. Nachdem Alaska von Amerika gekauft wurde, entdeckten diese später die Bodenschätze, die dort lagerten. Gold und Erdöl wurden nun abgebaut. Die Landschaft und die Natur wurden dadurch stark verändert. Nachdem der Goldrausch vorbei war, sind die Folgen bis heute sichtbar. Die Menschen, die für den eigenen Gewinn einreisten, brachten Alkohol und Drogen mit nach Alaska. Die Inuit kamen mit solchen Substanzen auf diese Weise erstmals in Kontakt. Krankheiten, Arbeitslosigkeit und Umweltschäden sind die Folgen, mit denen die Inuit auch in Zukunft leben lernen müssen.

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