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Warum hat Russland die Krim 2014 annektiert? – Aufklärung

Die Krim gehörte jahrzehntelang zur Ukraine. Lange Zeit war das für Russland auch kein Problem. Es gab noch die Sowjetunion und in der Ukraine herrschte eine russlandtreue Regierung. Sie gefährdeten nicht die Kontrolle über den militärischen Hafen Sewastopol. Es gab immer wieder Konflikte zwischen der Zentralregierung in Kiew und der Krim. Die russischsprachige Bevölkerung war auf der Halbinsel die Mehrheit. Somit war die Krim Russland gegenüber mehr verbunden als der Ukraine.

Warum ist die Krim für Russland wichtig?

Der Hafen Sewastopol ist für Russland sehr interessant, da er zu den wenigen eisfreien Häfen auf der europäischen Seite gehört, Im Februar 2014 eskalierten in Kiew die Ereignisse. Es kam zu Massenprotesten in der ukrainischen Hauptstadt, da die Bevölkerung gegen die prorussische Politik des Präsidenten Wiktor Janukowitsch demonstrierte. Der demokratisch gewählte Präsident wurde gewaltsam gestürzt. Er setzte sich nach Russland ab. Als Übergangspräsident wurde der proeuropäische Oleksandr Turtschynow eingesetzt. Er übernahm zusammen mit dem Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk alle Regierungsgeschäfte. Gleichzeitig begann Russland mit dem gewaltsamen Erwerb eines Gebietes, welches vorab der Ukraine gehörte. Dieser Vorgang wird auch als Annexion bezeichnet.

Ein eisfreier Hafen

Russland ist ein riesiges Land. Entlang der Küsten sind einige Häfen wie in St. Petersburg zu finden. Dieser Hafen liegt direkt an der Ostsee und friert in der kalten Jahreszeit zu. Zusätzlich würde eine russische Flotte von St. Petersburg nicht weit kommen. Wenn das Schiff eine Fahrt bis zum Atlantik plant, müsste es durch die beiden Meerengen in Norwegen und Dänemark. Hierbei handelt es sich um zwei NATO Staaten. Im Norden des Landes befindet sich der Hafen Murmansk. Der Hafen liegt im skandinavischen Teil und ist durch den Golfstrom auch im Winter eisfrei. Ein kleiner Nachteil ist, dass der Hafen etwas weit entfernt ist. Bis heute wird er handelstechnisch und militärisch genutzt. Der Osten Russlands grenzt am Arktischen Meer. Im Winter muss ein Schiff eine große vereiste Strecke hinter sich lassen. Noch eisiger wird es in Richtung Sibirien. Hier befindet sich der Hafen Wladiwostok. Im Winter ist es sehr mühsam, den Hafen eisfrei zu halten. Dieser Hafen liegt direkt am Japanischen Meer und nicht am offenen Pazifik. Die Meerengen werden durch Südkorea und Japan kontrolliert. In Zeiten des Friedens ist das auch kein großes Problem. Die russische Regierung hat bereits viele Kriege erlebt und ist daher bei den strategischen Planungen immer etwas vorsichtig.

Wie lief die Annexion ab?

Zeitgleich mit dem Präsidentenwechsel der Ukraine begann die Annexion der Krim. Zuerst wurde das Vorhaben als Machtübernahme von russischsprachigen Bewohnern der Krim getarnt. Erst dann wurde nach außen hin die russische Armee sichtbar. Präsident Putin feierte am 18.03.2014 die öffentliche Übernahme der Krim. Er sieht sie als eine Art Reparatur früherer historischer Fehlentscheidungen. Da er historisch sehr weit ausholte, sorgte seine Rede für großes Aufsehen. Er versprach damals, dass sich der Westen nicht davor fürchten müsste, dass nach der Krim noch weitere Regionen folgen würden. Im Hinblick auf den Angriffskrieg auf die Ukraine brach er sein Versprechen. Durch die Eingliederung der Halbinsel Krim durch die Streitkräfte der Russischen Föderation wurde für Russland eine geopolitische Einheit geschaffen.