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Warum gab es den Kalten Krieg? – Aufklärung

Noch immer ist der Kalte Krieg als Schatten klar erkennbar. Europa, die ganze Weltordnung ist davon beeinflusst worden und es zeichnen sich auch „neue Kalte Kriege“ ab. Was hat es mit dem Kalten Krieg auf sich? Warum gab es ihn überhaupt? Warum war er kalt?

Die Vorgeschichte

Der Zweite Weltkrieg ordnete die Geschichte und die geografische Landschaft neu. Europa unter der Herrschaft der Nazis, Millionen sterben, Menschen werden entwurzelt und mit der Beseitigung des NS-Regimes übernehmen die Alliierten die Kontrolle. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges erkannten die USA, dass sie rüsten mussten. Zu Beginn waren sie weit zurück, spielten zum Ende des Krieges aber in einer ganz eigenen Liga. Sie waren eine Weltmacht und haben Großbritannien in den Kriegsjahren in dieser Stellung abgelöst. Auch Frankreich war am Boden und spielte nicht mehr die Rolle, wie es in der Zwischenkiegszeit der Fall war.

Die Sowjetunion hat erhebliche Verluste hinnehmen müssen, vor allem von Menschen (ca. 27 Millionen Soldaten und Zivilisten starben auf sowjetischer Seite im 2. Weltkrieg), mauserte sich aber dennoch zu einer Industrienation und zu der zweiten Supermacht. Die Rote Armee und damit Stalin herrschte von Nordkorea bis nach Thüringen.

Die Welt war damit neu geordnet worden. Alte Supermächte verschwanden und spielten keine Rolle mehr, allenfalls als verbündete der neuen Supermächte: Sowjetunion und USA.

Alter Feind Weg, neue Spannungen entstehen

Der kapitalistische und demokratisch-liberale Westen und die kommunistisch-diktatorische Sowjetunion schmiedeten eine Anti-Hitler-Koalition. Deutschland und die Nazis sollten besiegt werden und keine Bedrohung mehr sein. Allen Seiten war klar, dass dieses Verhältnis zu leiden hatte, sobald Hitler beseitigt sein würde. Und so war es auch. Schon kurz vor Kriegsende zeichneten sich Spannungen ab und mündeten in konkreten Rivalitäten schon in den 1940er Jahren, zum Beispiel mit der sowjetischen Blockade von Westberlin und die darauf folgende Luftbrücke.

Stellvertreterkriege

In Korea, China, Vietnam und anderen Orten lieferten sich die beiden großen Supermächte Stellvertreterkriege, was heißen sollte, dass zwar klar erkennbar war, wer welcher Seite Sympathien und Mittel zukommen ließ, aber die Mächte kämpften nicht direkt gegeneinander. Korea wurde geteilt, Vietnam und China wurden kommunistisch, auf Kuba zeichnete sich fast die Vernichtung ab.

Der Kalte Krieg hieß so, weil die Supermächte niemals direkt militärisch gegeneinander vorgingen. Das hätte aufgrund der nuklearen Aufrüstung wohl zum Ende der Menschheit geführt.

Kubakrise

Als die Sowjetunion auf das neue kommunistische Regime in Kuba Einfluss nahm und auch Raketen stationierte, blockierten die USA die Karibikinsel. Beinahe wäre es eskaliert und der Kalte Krieg wäre heiß geworden.

Wettrüsten

Die Supermächte konfrontierten sich niemals gegenseitig, aber sie rüsteten und rüsteten und unzählige Atomsprengköpfe wurden angelegt. So viele, dass man die Menschheit zigfach hätte vernichten können. Man errichtete das sogenannte „Gleichgewicht des Schreckens“. Wer immer als erster angreifen würde, würde als zweiter sterben. Aber eben sterben. Niemand hätte wirklich etwas zu gewonnen.

Ideologische Spannungen

Eine freiheitliche Demokratie mit kapitalistischer Wirtschaftsordnung und ein Kommunismus, diktatorisch regiert von einer Person (unter Stalin) und einer Partei (nach Stalin). Diese Ideologien und Weltsichten waren unvereinbar und jeder wollte zeigen, dass er überlegen war, dass man viel mehr in seinem System erreichen konnte. Und viele Staaten wurden auf eine Seite gezogen, aber viele wollten dabei nicht mitmachen und nannten sich „Blockfreie Staaten“, die man heute gerne als „dritte Welt“ bezeichnet, denn daher leitet sich das ab.

Wirtschaftlicher Tod

Das Wettrüsten kostete Geld. Geld, was die eher schwache und ineffiziente Wirtschaft der Sowjetunion nicht länger aufbringen konnte. Sie war den USA immer unterlegen. Eine militärische Supermacht mit den meisten Atomsprengköpfen, doch wirtschaftlich eher angeschlagen und eine kleine Regionalmacht. So war das Rennen doch bald entschieden und der eine Block rund um die Sowjetunion ging unter. Nach und nach forderten immer mehr Sowjetrepubliken die Unabhängigkeit, die Kommunisten verloren ihre Macht, die Mauer fiel und nur noch der Westen mit Demokratie, Marktwirtschaft und Freiheit blieben übrig. Der Kalte Krieg wurde entschieden, ohne jemals heiß geworden zu sein, denn einen dritten Weltkrieg hätte niemand überlebt, was auch die Anführer beider Blocke – bei allen ideologischen Unstimmigkeiten – wussten und verstanden haben.

Noch immer zu spüren

Der Umgang mit Russland, die Annektierung der Krim-Halbinsel und verschiedene Vorgänge im ehemaligen Ostblock lassen fühlen, wie wach das alles noch ist, ist es doch erst 30 Jahre her.

Neue Kalte Kriege

Gerne wird das Verhältnis der USA mit China zu einem neuen Kalten Krieg erklärt und es gibt Parallelen, wenn China auch noch keine Sowjetunion von der Ausdehnung und dem Einfluss auf die umliegenden Staaten, die China eher skeptisch gegenüberstehen und sich ihre Autonomie bewahren wollen, ist.