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Warum waren Kohle & Stahl nach dem Krieg so wichtig? – Aufklärung

Warum waren Kohle & Stahl nach dem Krieg so wichtig

Schon vor dem ersten Weltkrieg hatte sich Deutschland als Industrienation etablieren können und war nach dem Ende des Kaiserreichs eine Nation, die Stahl verarbeiten konnte, wie kaum ein anderes Land. Dies sollte sich auch in den Kriegen zeigen, denn ohne Stahl kann man keine Kriegswaffen bauen. Diese Überlegung war einer der wichtigen Schritte zum Kriegsende und der erste Schritt in eine erfolgreiche Zukunft und ein Zusammenschluss wichtiger europäischer Nationen. Doch auch nach dem Ende des zweiten Weltkrieges waren Stahl und Kohle von enormer Bedeutung und sollte sogar helfen, die verfeindeten Nationen zu einer Einheit zusammenzubringen.

Deutsch-französische Freundschaft

Nachdem Deutschland den Franzosen im Jahre 1914 den Krieg erklärt hatte, waren die beiden Nationen natürlich verfeindet. Doch nach dem Kriegsende sollte sich dies schnell ändern, denn der französische Außenminister Robert Schuman hatte eine Idee, die nicht nur die einstige Industrienation wieder auf Vordermann bringen sollte, sondern auch die Verbundenheit zwischen den beiden Ländern wieder herbeistellen sollte.

Im Jahre 1950 verkündete der französische Politiker seinen nach ihm benannten Schumann-Plan, der den Frieden in der europäischen Gemeinschaft wieder herstellen und stärken sollte. Neben Frankreich und Deutschland, waren auch Belgien und die Niederlande, sowie Luxemburg und Italien an einem Plan beteiligt, der die Partnerschaft all dieser Länder förderte und die geschwächte Industrie neu ankurbelte. Diese Länder, die sich als Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl zusammenfand, willigten ein, fortan die gemeinsame Kontrolle über die Stahlproduktion zu erlangen, sodass keine neuen kriegerischen Machenschaften zwischen den einzelnen Ländern erfolgen konnte. Außerdem sollte durch den Zusammenschluss der europäischen Ländern ein Wachstum für die angeschlagene Industrie und Wirtschaft möglich sein.

Erste Wege in Richtung EU

Während der harten Kriegszeiten war es kaum vorstellbar, dass das entzweite Europa sich je wieder friedvoll zusammen tun könnte und ein friedliches Miteinander ergeben sollte. Durch das Abkommen der EKGS, dass am 24.7.1952 in Kraft trat, wurde der erste Schritt in ein vereintes Europa getan, dessen Länder sich nach dem zweiten Weltkrieg wieder friedlich vereinen sollten. Neben der Kontrolle des Marktes war in dem Abkommen ebenfalls geregelt, wie die Waren aus Stahl und Kohle zu verzollen waren, welche Rechte und Pflichten die Arbeitnehmer in den Werkstätten hatten, sowie ein fairer Verkauf möglich war. Der Vertrag zwischen den Nationen galt für die kommenden 50 Jahre und lief im Jahr 2002 aus. Zu diesem Bündnis kamen im Laufe der fünfzig Jahre noch weitere Nationen wie unter anderem Großbritannien, Dänemark, Irland und auch Griechenland dazu und vereinten Europa in diesem Zusammenschluss noch mehr.

Industrielle Revolution

Im Zuge der Weltkriege wurden die Nationen immer mehr geschwächt. Besonders in Deutschland, dass enorme Vorkommen von Eisenerz und Kohle vorweisen konnte, konnte die Modernisierung nach dem Krieg schnell in Aufschwung geraten. Während der Kriegsjahre hatte man sich auf die Produktion von Panzern und Waffen spezialisiert, nun war an die Herstellung der Totbringenden Waffen nicht mehr zu denken. Nachdem die Werkstätten, unter anderem war das Traditionswerk von Krupp im Krieg zerstört wurden, nach dem Ende des Krieges wieder aufgebaut wurden, fertigte man neue Produkte her. Dampfmaschinen sollten die Produktion anheizen und auch die Bedingungen für die Arbeiter verändern. Auch wurden hochmoderne Gebäude immer öfter mit viel Stahl erbaut und sollten so eine neue Ära der Architektur einläuten, die Stahl immer wertvoller machte.

Auch kleinere Waren wie Autos, Konservendosen und moderne Haushaltsgeräte wurden in den Stahl-Werkstätten produziert und sorgten so für einen Boom in den Stahlwerken Deutschlands, sowie im Rest der Welt.

Die industrielle Revolution war nun nicht mehr aufzuhalten. Die neu entwickelten Produkte sorgten nach dem Ende des Krieges für einen modernen und vereinfachten Lebensstil, der in immer mehr Haushalten Einzug fand. Dies sorgte nicht nur für einen Aufschwung der Industrie, sondern sorgte auch für ein großes Interesse am Markt und läutete so den wirtschaftlichen Aufschwung ein. Mit dem verbreiteten Aufkommen der Autos, die in einigen Haushalten nun genutzt wurden, musste auch reichlich Kohle zu Benzin verarbeitet werden, denn die Leute wollten nach den schrecklichen Jahren nun ihre Freiheit nutzen und mit den Familien reisen.

Vereinigung und Aufschwung

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges konnten durch die politischen Entscheidungen im Zusammenhang mit den Stahl verarbeiteten Nationen ein erster Zusammenschluss und ein friedliches Miteinander erwirkt werden. Doch nicht nur das, auch die Industrie und die Wirtschaft der schwer angeschlagenen Nationen konnte durch die florierende Stahlindustrie wieder zu einem Aufschwung gelangen.

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