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Warum hat sich die UdSSR aufgelöst? – Aufklärung

Warum hat sich die UdSSR aufgelöst

Die UdSSR, also die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken oder kurz einfach nur Sowjetunion genannt, wurde durch die Bolschewiki am 30. Dezember 1922 gegründet. Als föderaler Einparteienstaat wurde die UdSSR bis zu ihrem Ende am 21. Dezember 1991 unter einer zentralistischen Regierung geführt. Die Ursachen für die Auflösung sind vielfältig.

Die 1980er Jahre brachten den Umbruch

Denkt man hierzulande an die 1980er Jahre, dann denkt man an den Kalten Krieg und an den Fall der Mauer. Natürlich war vor allem der Fall der Mauer ein wichtiges Ereignis für Deutschland. Doch ausschlaggebend dafür war natürlich der Umbruch in der Sowjetunion, der sich in der 1980er Jahren vollzog.

Die Lage in der UdSSR war schlecht. Wirtschaftlich konnte die Sowjetunion nicht mit dem Westen mithalten. Die Produktivität war auf einem sehr niedrigen Niveau, was auch dazu führte, dass die Bevölkerung nur schlecht mit Konsumgütern versorgt werden konnte. Grund hierfür war vor allem die militärische Aufrüstung, in die sehr viel Geld floss. Wirtschaftlich gesehen ging es den Staaten der Sowjetunion und auch der Bevölkerung daher nicht sehr gut.

Zudem war die Führung der UdSSR politisch in alten Zeiten festgefahren. Schließlich bestand die UdSSR-Führung aus alten Politikern, die bereits zur Aufbaugeneration der Sowjetunion zählten. Daher gab es das Bestreben, die Machtsicherung durchzusetzen, so wie es auch schon andere vor ihnen gemacht haben. Widerstand der Bevölkerung wurde nicht geduldet, auch keine Kritik. Erst durch Michail Gorbatschow, der 1985 zum Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU gewählt wurde, trat nicht nur ein Generationswechsel in der politischen Führung ein, sondern auch ein Wechsel der Ansichten.

Glasnost und Perestroika wurden von Gorbatschow ins Leben gerufen. Mit Perestroika fingen somit ab 1985 die Reformen in der sozialistischen Wirtschaft und der Gesellschaft an. Allerdings führten die wirtschaftlichen Umbrüche zu einer Inflation, einer noch schlechteren Versorgung der Bevölkerung und quasi zum finanziellen Ruin der UdSSR. Durch Glasnost wurde Kritik an der Führung erlaubt, es wurde sozusagen eine Art Meinungsfreiheit eingeführt. Diese Freiheit führte jedoch dazu, dass die Bevölkerung an den Machtstrukturen der sowjetischen Führung rüttelte und Missstände nun öffentlich angeprangert wurden.

Schon diese Faktoren der 1980er Jahre waren mit eine Ursache für die Auflösung der UdSSR.

Die Sinatra-Doktrin führt zur Auflösung des Ostblocks

Michail Gorbatschow verkündete am 25. Oktober 1989 die sogenannte Sinatra-Doktrin, die ebenfalls ein Weg zur Auflösung der UdSSR darstellte. Denn diese Doktrin erlaubte es den Staaten des Warschauer Paktes nun, eigenständig und als souveräne Staaten ihre Angelegenheiten durchzuführen. Es brauchte nun also nicht mehr die Erlaubnis aus Moskau beziehungsweise aus dem Kreml, um Entscheidungen für den eigenen Staat zu treffen. Schon zuvor hatte Ungarn seine Grenzen geöffnet und Polen begann mit der Demokratiebewegung. Schließlich fiel dann am 9. November 1989 die Berliner Mauer. Langsam aber sicher fiel das Staatenbündnis auseinander, denn auch in anderen Ostblockstaaten konnte die kommunistische Führung keine Herrschaft mehr durchsetzen.

Viele Konflikte auf nationaler und ethnischer Ebene

Zu dem Zerfall der Sowjetunion führten auch die vielen nationalen und ethnischen Konflikte, die sich bereits ab 1988 mit dem Konflikt zwischen Aserbaidschanern und Armeniern abzeichnete. Auch führte die Perestroika in vielen Sowjetstaaten dazu, die Geschichte der Sowjetunion hinter sich zu lassen und an die eigene nationale Geschichte anzuknüpfen und sich darauf zu besinnen, wie es beispielsweise in Litauen, aber auch in anderen baltischen Staaten der Fall war. Nationales Denken stand nun im Vordergrund.

Das Jahr 1991 – Der Augustputsch führt zur Auflösung der UdSSR

Schlussendlich verlor die sowjetische Führung im Ganzen ihre Autorität durch Perestroika und Glasnost. Schließlich hatte Moskau mit den staatlichen Angelegenheiten der Einzelstaaten der Sowjetunion nicht mehr viel zu tun. So kam es dann auch zu ersten Abspaltungen von Sowjetrepubliken, die ihre Eigenständigkeit und auch ihre Unabhängigkeit ausriefen.

Davon aufgeschreckt führte Gennadi Janajew am 19. August 1991 den Augustputsch, um die konservative Linie der Bolschewiki wieder herzustellen. Gorbatschow wurde unter Hausarrest gestellt, doch die Konservativen hatten nicht mit dem Widerstand der Bevölkerung gerechnet, der durch Boris Jelzin angeführt wurde. Schlussendlich setzte sich das Volk durch und die Putschisten. Am 21. Dezember 1991 wurde dann der Alma-Ata-Vertrag unterzeichnet, der die Auflösung der Sowjetunion besiegelte.

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