Zum Inhalt springen
Startseite » Geschichte Lernmaterial » Warum ist Kaliningrad/Königsberg russisch? – einfache Erklärung

Warum ist Kaliningrad/Königsberg russisch? – einfache Erklärung

Warum ist Kaliningrad Königsberg russisch

Kaliningrad, ehemals Königsberg, gehört heute zu Europa. Bis 1945 war Kaliningrad ein Teil von Ostpreußen. Königsberg war damals die östlichste Stadt von Deutschland. Der Zweite Weltkrieg ging zu Ende und Königsberg wurde zu Kaliningrad und gleichzeitig zur westlichsten Großstadt der damaligen Sowjetunion. Geografisch liegt Kaliningrad zwischen den neuen Nato- und EU-Ländern Litauen und Polen sowie 600 Kilometer von Berlin entfernt. Im Krieg wurde der Königsberger Dom stark zerstört. Das Gebiet wird „Sahara an der Ostsee“ genannt aufgrund seiner langgezogenen Sanddünen. Nach dem Wiederaufbau wurde der Dom ein Wahrzeichen von Kaliningrad.

Der Sommer 1944

Ostpreußen blieb bis 1944 mehr oder weniger vom 2. Weltkrieg verschont. Mit dem Sommer 1944 ändert sich dies. Die Ostfront brach zusammen. Die Briten griffen an und bombardierten Königsberg und machten es mehr oder weniger dem Erdboden gleich. Mehr als eine Million Menschen waren auf der Flucht. Es gab 50.000 Tote. Die Stadt wurde drei Monate lang belagert. Mit dem 9. April 1945 war alles vorbei. Ca. 50 Jahre war das heutige Stadtbild Kaliningrads düster gezeichnet.

Vor dem Großangriff war Königsberg das Tor zu Europa und weltoffen. Die alte Universität der Stadt war mit der Stolz der Stadt. Bedeutende Denker und Dichter lebten in der Stadt. Die Russen wollten nach der Übernahme von der Geschichtsträchtigkeit der schönen deutschen Stadt nichts mehr wissen. Erst nach 1991 veränderte sich das Antlitz der Stadt.

Die Menschen wurden vertrieben

Mit dem Potsdamer Abkommen hatte der sowjetische Staatschef Josef Stalin  im Jahre 1945 durchgesetzt, dass Königsberg sowie ein Gebiet von rund 15.000 Quadratkilometern der Sowjetunion zugesprochen wurden. Somit wurde das Gebiet nicht in das besetzte Litauen eingegliedert.

Danach begann eine große Umsiedlung. Die deutschen Einwohner flüchteten oder wurden vertrieben. Russische Soldaten und Neusiedler nahmen das Gebiet bis Ende 1947 für sich in Anspruch. Mit diesem „Einmarsch“ wurde aus Königsberg die Stadt Kaliningrad. Bis zum Jahre 1991 handelte es sich um ein militärisches Sperrgebiet. Ausländern war es bis dahin verboten einzureisen. Über die Geschichte Kaliningrads bzw. Königsberg zu sprechen war ein Tabu. Die Sowjetunion löste sich auf. Die Region ist seitdem eine russische Exklave. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde das Gebiet zur Freihandelszone erklärt. Die ausländischen Investoren blieben zunächst aus. Erst die vergangenen Jahre veränderten die Lage.

Die damalige gesichtslose Großstadt veränderte sich. Heute leben knapp eine Million Menschen im Gebiet rund um Kaliningrad. Die Hälfte lebt direkt in Kaliningrad. Moskau entschied, dass die im Jahre 1945 schwer zerstörte Altstadt von Königsberg nicht mehr aufgebaut wird. Es entstanden stattdessen Wohnblocks, riesengroße Aufmarschplätze sowie breite Straßen.

Das heutige Kaliningrad

1967 ließ der damalige Staatschef Breschnew das zerbombte Schloss sprengen. Es ist möglich, dass sich im Keller das berühmte Bernsteinzimmer befand. 2015 kam es zu einem internationalen Architektur-Wettbewerb. Die Altstadt und das Schloss sollten wieder aufgebaut werden. Gewonnen hat eine Architektengruppe aus Sankt Petersburg. Die Architekten wollten vor allem ein historisches und lebendiges neues Viertel errichten. Das Projekt wurde mit den Anwohnern diskutiert. Doch bis dato wurde das riesige Projekt nicht umgesetzt.

Hat dir der Beitrag gefallen?