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Was war am 8. Mai 1945? – Aufklärung

Der achte Mai des Jahres 1945 ist ein bedeutendes Datum, das auch heute noch bei vielen Menschen starke Emotionen hervorruft. An diesem Tag unterzeichnete der Generaloberst der Nationalsozialisten, Jodl, die bedingungslose Kapitulation Deutschlands, die dann vertragsgemäß zum 9. Mai 1945 um 23:01 Uhr in Kraft trat. Die Vertragsunterzeichnung fand dabei in Reims in Frankreich statt.

Der VE-Day

Dieses unvergessliche Datum, das zugleich auch das Ende des zweiten Weltkriegs in Europa einläutete, wird heute noch als Victory in Europe Day bezeichnet und ist in einigen Ländern Europas sogar Nationalfeiertag. Er gilt als Tag der Befreiung von den brutalen Gräueltaten des Nationalsozialismus, der ganz Europa von 1939 bis 1945 in seinen Klauen hielt und viel Leid und Unglück über den Kontinent und die Welt brachten. In allen Hauptstädten der Verbündeten wurde der Tag der Kapitulation als Sieg gefeiert. Nur Deutschland blieb stumm, beschämt, geschlagen und unter den Siegern aufgeteilt.

Die Aufteilung Deutschlands

Schon drei Tage vorher, also am 5. Mai 1945, war die Aufteilung Deutschlands unter den vier Siegermächten Amerika, Russland, Großbritannien und Frankreich beschlossene Sache. Sie einigten sich in der Berliner Deklaration darüber, die oberste Regierungsgewalt in Deutschland zu übernehmen. Deutschland sollte zudem in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren aufgeteilt werden. Für jede Besatzungsmacht jeweils eine Zone bzw. ein Sektor.

Hitler erschießt sich

Der Verursacher dieses Wahnsinns, der Führer Adolf Hitler, konnte hingegen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden. Als am 30. April 1945 russische Truppen in die Stadtmitte Berlins vordrangen, entzog er sich im Bunker der Reichskanzlei durch seinen Selbstmord der Verantwortung. An seiner Statt setzte er vor seinem Tod den Großadmiral Karl Dönitz als seinen Nachfolger ein, wenn diese traurige Nachfolge auch nur noch wenige Tage standhielt.

Der Niedergang zeichnet sich ab

Viele Tote hätten durch eine frühere Kapitulation vermieden werden können. So war es doch schon seit 1943 mit der verheerenden Schlacht bei Stalingrad und dem Verlust der Ostfront absehbar, dass das tausendjährige Reich nicht bestehen würde können. Aber Hitler machte weiter, schickte Hunderttausende mehr in den Kampf. Auch der 6. Juni 1944, der D-Day, brachte ihn nicht zur Besinnung. An diesem Tag landeten die Alliierten schon in der Normandie und begannen mit der Rückeroberung Frankreichs. Und obwohl im Februar 1945 ein Sieg bereits unerreichbar war, schickte er weiterhin machtbesessen alte Männer und Kinder in die letzte Schlacht.

Millionen sinnloser Opfer

Die grausame Zahl von 60 Millionen Toten weltweit gilt es zu beklagen. Davon schon allein sechs Millionen Juden, die in Gaskammern und Arbeitslagern ihr Ende fanden. Siebzehn Millionen Menschen galten als verschollen. Doch damit war es am 8. Mai 1945, zumindest in Europa, endgültig vorbei. Der zweite Weltkrieg außerhalb Europas tobte noch bis August 1945, bis das naziverbündete Japan nach den beiden Atombomben in Hiroshima und Nagasaki endlich auch aufgab.

Die Stunde Null führt Deutschland in eine Demokratie

Der 8. Mai 1945 wird oft auch als die Stunde Null bezeichnet. So ist es den nachfolgenden Generationen möglich, ein ganz neues Leben anzufangen. Unter dem Einfluss der westlichen Besatzungsmächte zieht Deutschland die Schuhe der Demokratie über und lernt das demokratische Laufen und Handeln. Es ist daher kein Zufall, dass exakt vier Jahre später, am 8. Mai 1949, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet wurde. Mit vielen Hürden und der Wiedervereinigung von BRD und DDR wuchs Deutschland über fast achtzig Jahre zu der modernen Demokratie, das es heute ist.

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