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Was war am 09.11 in Deutschland? – Aufklärung

Der 9. November hat in Deutschland eine geschichtliche Bedeutung. Und dies aus mehreren Gründen. Während der Tag einerseits Anlass zur Freude gibt, hat er auch eine andere, sehr tragische Seite. Und dies nicht nur für die Deutschen, sondern für viele andere Menschen in Europa.

Die Diktatur der Nationalsozialisten und der 2. Weltkrieg

Während der Regierung der Nationalsozialisten in Deutschland, wurden ganz besonders Menschen mit jüdischer Abstammung verfolgt. Sie wurden gesellschaftlich ausgegrenzt, mussten einen Judenstern tragen oder wurden in Konzentrationslager wie Auschwitz, Dachau oder Bergen-Belsen verschleppt. Dort wurden sie körperlich und seelisch gefoltert, musste sich zu Tode arbeiten oder wurden sogar von den Nationalsozialisten durch Gewehrschüsse oder Gaskammern umgebracht. Ganze Familien wurden so ausgelöscht und nur wenige Menschen überlebten die Torturen in den Konzentrationslagern. Aber nicht nur Juden, sondern auch Randgruppen wie Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen oder Homosexuelle wurden durch die Nazis verfolgt und getötet.

Einer der Anfänge der Judenverfolgung liegt am 9. November 1938. An diesem Tag begann die systematische Vernichtung von Juden in Deutschland. In der Nacht wurden Fenster von Wohnhäusern zerschlagen, jüdische Gotteshäuser in Brand gesetzt, Geschäfte und Firmen von jüdischen Mitbürgern zerstört oder abgebrannt und Menschen ermordet. Diese Nacht ging in die Geschichte ein und wird mit dem Begriff „Reichsprogromnacht“ bezeichnet. Einigen ist dieses Datum auch als „Reichskristallnacht“ bekannt. Was danach folgte, war die Zerstörung jüdischer Kultur in Deutschland und ein Jahr später der Einmarsch deutscher Truppen in Nachbarländer. Der zweite Weltkrieg hatte somit begonnen und sollte bis 1945 dauern. Die Folgen der Nazi-Diktatur und der Krieg legten viele Orte in Deutschland in Schutt und Asche und deutschstämmige Menschen aus Schlesien und anderen heute polnischen Gebieten, mussten nach Ende des Krieges flüchten, weil sie als Deutsche um Ihre Leben fürchteten. Hitler und seine Partei hatten somit dafür gesorgt, dass das Ansehen der Deutschen in aller Welt Schaden genommen hatte und der Ruf des Landes und seiner Bürger war für lange Zeit beschädigt.

Die deutsche Einheit

Aber der 9. November hat auch noch einen anderen und etwas erfreulicheren Aspekt, welcher mit den bereits oben erwähnten Ereignissen in Verbindung steht. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt und zunächst von den Alliierten Siegermächten Frankreich, USA, Russland und Großbritannien verwaltet. Die ehemalige russische Besatzungszone wurde schließlich durch den Bau der Mauer vom restlichen Deutschland abgespalten und die DDR entstand als ein zweiter, eigener deutscher Staat.

Die politischen Verhältnisse in Ostdeutschland unterschieden sich jedoch sehr stark von denen in der Bundesrepublik. Die Bürger waren starken Beschränkungen ausgesetzt. Sie durften nicht ohne Genehmigung reisen, es gab keine politische Meinungsfreiheit und im täglichen Leben, waren viele Dinge Mangelware. Ende der 80er Jahre formierte sich in der DDR eine Bürgerbewegung. Mit den sogenannten Montags-Demonstrationen versuchten die DDR Bürger sich zu wehren. Sie forderten mehr Freiheiten und ein Ende der SED Einheitspartei, welche die Herrschaft im Land inne hatte. Während Jahre zuvor Menschen, die sich politisch engagierten mundtot gemacht wurden oder verhaftet wurden, konnte die Regierung bei den Montags-Demonstrationen nicht mehr weg schauen, denn es waren zu viele Menschen, die gegen den Staat protestierten.

Die Montagsdemonstrationen gipfelten dann am 9. November 1989 in der Öffnung der Berliner Mauer. Menschen aus der DDR konnten nun ungehindert ausreisen und die Regierung hatte an Macht verloren. Ein Jahr später wurde dann durch den Kanzler Helmut Kohl die Wieder-Vereinigung beider deutscher Staaten zu einem einzigen Land eingeleitet.

Die erste deutsche Republik

Bis zum Ende des ersten Weltkrieges im Jahr 1918 war Deutschland ein Monarchie und hatte einen Kaiser. Kaiser Wilhelm II war der letzte Monarch Deutschlands, bevor die erste Republik ausgerufen wurden. Am 9. November 1918 wird durch den deutschen Reichskanzler Max von Baden die Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II publik gemacht und es beginnt ein Kräftemessen der verschiedenen politischen Strömungen. An diesen waren unter anderem auch die Sozialdemokraten beteiligt. Die Konflikte gehen als „November Revolution“ in die Geschichtsbücher ein und im folgenden August des Jahres 1919 wird die Weimarer Republik als erster deutscher demokratischer Staat mit einem Parlament gegründet.

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