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Warum hat eine Stunde 60 Minuten? – Aufklärung

Die Relevanz von Zeit

Die meisten Menschen haben sie zu Hause oder tragen sie sogar am Handgelenk, eine Uhr, die uns die Zeit verrät. Jeder richtet sich nach der Zeit und strukturiert seinen Tag mehr oder weniger nach ihr. Ohne die Zeit wären wahrscheinlich nahezu alle Menschen in der modernen Welt ziemlich aufgeschmissen. Man hat Termine, Verpflichtungen und Abgabefristen. Ohne Struktur in unserer Zeit würde unser Leben wohl im Chaos versinken. So wüsste zum Beispiel niemand wie lange Nudeln schon im Wasser kochen oder könnte die Bearbeitungszeit für eine Prüfung festlegen. Für uns ist es das normalste dass ein Tag 24 Stunden, eine Stunde 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden hat. Doch wie kam es überhaupt dazu und wer hat dies festgelegt? Im Folgenden soll darauf eingegangen werden, wieso eine Stunde aus 60 Minuten besteht und nicht etwas aus 100 oder auch 80 Minuten.

Die Geschichten hinter den 60 Minuten

Hierzu gibt es viel Theorien und welche von ihnen genau stimmt, kann man nicht mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit sagen. Eines ist sicher, die Erfindung unserer Zeitrechnung und die Erfindung der Stunde, wie wir sie kennen, liegt schon einige Jahre zurück. Die wohl bekannteste Theorie hierzu geht auf das Volk der Babylonier zurück. Hierzu heißt es, dass die Zahl 12 im babylonischen Zahlensystem eine besondere religiöse Bedeutung hatte. Die Zahl 60 stellt ein Vielfaches der Zahl 12 dar und könnte dementsprechend daher kommen. In der babylonischen Zeit orientierte man sich an den Abläufen der Mondphasen. Diese bestanden aus 12 Lunationen. Lunationen bezeichnen die komplette Zeit, die der Mond benötigt um einmal um unsere Erde zu kreisen.

Ein Uhrmacher erzählte ebenfalls, dass das babylonische Sexagesimalsystem aus einem großen Rad mit exakt 60 Zähnen bestanden haben soll. Unsere sieben Wochentage sollen sich wohl auch zu Zeiten der Babylonier entwickelt haben. So standen für die sieben Planeten, Sonne, Mond, Merkur, Mars, Venus, Jupiter und Saturn. Jedem Planeten wurde dann ein Tag gewidmet.

Wieder andere Quellen verweisen zur Entstehung der Stunde auf die spätrömische Zeit, in der es sogar schriftliche Hinweise auf die Unterteilung der Minute in 60 Sekunden geben soll.

Eine weitere Erklärung, warum die Stunde aus 60 Minuten besteht findet sich bei den alten Sumerern und deren Zahlensystem. Diese Entdeckten das Zählen mit den Fingern für sich und entwickelten dadurch ihr eigenes Zahlen- und Rechensystem. Hierbei zählten sie nicht nur mit ihren Fingern, sondern auch mit den Gliedern ihrer Finger, welche aus drei Gliedern bestehen. Mit dem Daumen merkten sie sich die Anzahl der bereits gezählten Finger. Somit standen ihnen rechte Hand mit fünf Fingern, ihre Linke Hand mit vier Fingern, da der Daumen als „Zwischenspeicher“ diente und die drei Glieder der Finger zur Verfügung. Hieraus entstand aufgrund der Rechnung 4x3x5 die Zahl 60. Diese Zahl wird auch heute noch als Basis für unsere Winkeleinteilung genutzt, was auf die nächste Theorie schließen lässt.

Manche Forscher sagen, die Entwicklung der 60 minütigen Stunde hat sich erst mit der Entwicklung der Uhr vollzogen. Wie wir alle Wissen ist die Uhr rund, besteht somit aus 360Grad und unser Zifferblatt wurde in 12 Abschnitte, für 12 Stunden eingeteilt. Dies ergab, das alle 30 Grad eine Ziffer auf dem Ziffernblatt stehen muss. Somit ergab sich die Zahl 60 perfekt. 180 Grad also die Hälfte von 360Grad entsprechen 30 Minuten, sowie 90Grad 15 Minuten entsprechen.

Wiederum andere Personengruppen und Forscher sprechen davon dass die Zahl 60 etwas mit unserem Herzschlag zu tun hat. Ein gesundes menschliches Herz schlägt ungefähr 86 400 mal am Tag. Dies macht eine Rechnung von 3600 mal in der Stunde und 60 mal in einer Minute. Dementsprechend soll die Zahl 60 sich ganz natürlich so angeboten haben und wurde von den Menschen damals intuitiv verwendet.

Das Geschenk der Zeiteinteilung

Es gibt also einige Theorien, für die man weit in der Geschichte zurückreisen müsste um sie zu beweisen. Eines ist allerdings klar. Die Einteilung von einer Stunde in 60 Minuten wird in unserer modernen Zeit immer so bleiben und ist nicht mehr wegzudenken. Sie schenkt uns Struktur und Orientierung. In einer Stunde kann man viel erledigen und manchmal sind die 60 Minuten schnell vorbei. Doch für alle Menschen ist dank einer einheitlichen Zeiteinteilung von einer Stunde in 60 Minuten, dieselbe Zeit.