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Warum sind fossile Energieträge so wertvoll für uns? – Aufklärung

Was sind fossile Energieträger? Definition und Abgrenzung

Gemäß Etymologie bedeutet das Wort fossil (Lateinisch: fossilis) ausgegraben. In diesem Zusammenhang wird stets von einem erdgeschichtlichen Zusammenhang ausgegangen. Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdöl und Erdgas gelten als fossile Brennstoffe. Sie entstanden in geologischer Vorzeit aus den Abbauprodukten toter Pflanzen und Tiere.

Wesentliche Kennzeichen dieser Energieträger sind, die Speicherung chemischer Energien und die gemeinsame Basis des Kohlenstoffzyklus. Abzugrenzen sind die fossilen Stoffe von den, zur Biomasse gehörenden Stoffen, wie Biodiesel und Biogas. Diese werden aus neuen pflanzlichen und tierischen Produkten gewonnen und verarbeitet.

Konträr zu den fossilen Energieträgern stehen zudem die erneuerbaren Energien. Diese entstehen aus verschiedenen energetischen Prozessen, die sich jedoch fortwährend erneuern. Vor allem die Nutzung der Windenergie, der Sonneneinstrahlung und der Gewässerströmungen, aber auch die Nutzung der Gezeiten und der Erdwärme zählen dazu.

Die Kernenergie zählt, trotz der fehlenden Fähigkeit der Erneuerung, nicht zu den fossilen Energien. Das zur Herstellung von Brennstäben benötigte Uranerz wird nicht aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren gewonnen. Es handelt sich bei dem Erz um eine anorganische Mineralisation.

Fossile Energieträger als Umweltsünde

Die stete und lang andauernde Nutzung von fossilen Energieträgern ist die Hauptursache für den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Erdatmosphäre und damit der dadurch resultierenden globalen Erwärmung.

Um eine signifikante Verminderung der Erderwärmung zu bewirken, ist es erforderlich die noch bestehenden und bekannten fossilen Energien kaum mehr zu nutzen. Eine komplette Nutzung der verbliebenen fossilen Energiereserven hätte eine deutliche Steigerung der weltweiten Temperaturen zur Folge. Dies würde ferner zu einem massiven Eingriff in das Ökosystem führen.

(Un-)Endliche Deckung des Bedarfs

Derzeit werden ungefähr 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt. Die Nutzung der derzeit noch vorhandener fossiler Energien hatte in der Vergangenheit massiv zur Entwicklung des Wohlstands eines essentiellen Teils der Weltbevölkerung beigetragen.

Gemäß derzeitigen Schätzungen wird der Energiebedarf bei gleichbleibender Nutzung noch knapp 130 Jahre halten. Doch gerade die weltweiten Energiereserven von Erdöl und Erdgas könnten bereits in den nächsten 50 Jahren versiegen. Diese Schätzungen basieren jedoch lediglich auf der gleichbleibenden Nutzung. Vor allem der fossile Energieträger Erdöl verzeichnet nach wie vor eine deutlich wachsende Nachfrage. Das Maximum der konventionell geförderten Erdölmenge ist mittlerweile erreicht. Neue Quellen lassen sich nur noch unter erhöhten Kostenaufwand und umweltbelastender Förderung erschließen. Wenn auch mittels dieser Förderungsmöglichkeiten keine neuen Erdölquellen mehr erschlossen werden können, wird es bei weiter hoher Nachfrage zu massiven weltwirtschaftlichen Verwerfungen kommen. Schon derzeit kommt es vor dem Hintergrund des Russland- Ukraine- Konflikts zu einem massiven Anstieg von Kosten in Zusammenhang mit fossilen Energieträgern.

Erneuerbare Energien als alternativlose Lösung

Im Prinzip bilden sich auch fossile Energieträger wie Erdgas und Erdöl an verschiedenen Stellen der Welt stetig neu. Diese Prozesse finden jedoch sehr langsam statt und entstehen in einem absoluten Missverhältnis zur Geschwindigkeit des Abbaus der Fossilen Brennstoffe und deren steigender Nachfrage. Eine Trendwende zur Nutzung erneuerbarer Energien scheint daher unerlässlich.

Durch die Energiewende soll es zu einer deutlichen Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und der Kernenergie kommen. Bis Ende 2022 sollen die verbliebenen Atomkraftwerke vom Netz gehen. Die Bundesregierung setzte seit 2018 die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung ein, um einen Plan, inklusive Zeitpunkt des Kohleausstiegs auszuarbeiten. Das daraus resultierende Kohleausstiegsgesetz sieht ein Ende des Kohleabbaus und der Verstromung der Kohle im Jahr 2038 vor.

Der weitere Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren gilt zentraler Pfeiler der Energiewende. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, einen Anteil von 65 Prozent erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 zu erreichen. Die Treibhausgasneutralität des Stromverbrauchs und der Stromversorgung soll bis 2050 erreicht werden.