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Was bedeutet UdSSR? – Aufklärung

Der Begriff UdSSR ist eine Abkürzung in deutscher Sprache. Ausgeschrieben bedeutet dies „Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken.“
Es handelt sich um ein politisches und territoriales Gebilde, welches durch die Eingliederung mehrerer ehemals unabhängiger Republiken zu einem großen Staatsgebiet entstanden ist. Vorherrschend in diesem Konstrukt war Russland als wichtigste der insgesamt 15 Sowjetrepubliken.

UdSSR – Ausdehnung

Das Gebiet, über das sich die UdSSR erstreckte, war unglaublich groß:
So grenzte dieses Gebiet im Westen an Norwegen, Finnland, die Ostsee, Polen, Ungarn und Rumänien.
Die nördlichen Begrenzung bestand nur aus Wasser: Die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee, die Ostsibirische See und Tschuktschensee.
Auch im Osten wurde das Gebiet nur durch Wasser begrenzt: Das Beringmeer, der Pazifische Ozean, das Ochotskische Meer, sowie das Japanische Meer.
Die südlichen Nachbarn waren das schwarze Meer und die Türkei, sowie der Iran, Afghanistan, die Mongolei, die Volksrepublik China und Nordkorea.
Die UdSSR erstreckte sich somit über zwei Kontinente: Europa im Westen und Asien im Osten.

UdSSR – Klimatische und kulturelle Vielfalt

Ein so großes Staatsgebiet umfasste logischerweise auch unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Vegetationen. So ist der Westen und Süden eher europäisch geprägt und deutlich dichter besiedelt als die großen Weiten im Nordöstlichen Gebiet. Während zum Beispiel am Schwarzen Meer und auf der Halbinsel Krim her gemäßigtes bis mildes Klima herrschte, so gab es in der Taiga, in Sibirien der Mongolei große Teile (bis zu 50% des Staatsgebietes) welche dem Permafrost ausgesetzt waren. Das bedeutet, hier taute der Boden allenfalls im Sommer einmal kurz auf. Weiterhin markant waren große Wüstengebiete wie die Tundra sowie riesige Waldgebiete wie etwa die Taiga.

Auch hinsichtlich der Kultur war die UdSSR sehr vielfältig. Obwohl von der Staatsdoktrin her die UdSSR atheistisch war, so wurden dennoch verschiedene Religionen ausgeübt. Im Westen dominierte das Christentum. Russisch Orthodoxe Kirchen als Überbleibsel aus der Zarenzeit zeugten von der Schönheit und Kunst der Erbauer der Gotteshäuser.

Weiter östlich, also auf asiatischem Gebiet wurde der Buddhismus betrieben. Hierzu zählten auch Teile der koreanischen Minderheit.
Hierzu muss jedoch erwähnt werden, dass unter Josef Stalin die Ausübung von Religion verboten war. Zuwiderhandlungen konnten zu Folter, Straflager, also den so genannten Gulags oder gar zur Hinrichtung führen.

Ebenso unterschiedlich wie die klimatischen und kulturellen Gegebenheiten war auch die Lebensführung und der Broterwerb.
Während in den westlichen Republiken große Städte existierten und industriell geprägte Arbeitsplätze vorhanden waren, gab es doch riesige ländliche Gebiete, in denen es bis heute noch Nomadentum gab.

Exemplarisch seien hier die Mongolen erwähnt, die mit ihren Tieren durch die weiten Steppen Zentralasiens ziehen.
Da es in diesem unglaublich großen Staatsgebiet jedoch auch zahlreiche Bodenschätze gab und gibt, waren auch viele Menschen im Bergbau und in der Öl- und Gasförderung beschäftigt.

UdSSR – Entstehung

Die UdSSR ist der direkte Nachfolger des ehemaligen Zarenreiches. Dieses wurde von der so genannten Februarrevolution im Jahr 1917 beendet, der Zar wurde gestürzt und mitsamt seiner ganzen Familie exekutiert. Was folgte, waren Jahre des Chaos und Terror. Im Gleichen Jahr gab es eine erneute Revolution, nämlich die wesentlich bekanntere Oktoberrevolution unter Lenin. Die so genannten Bolschewiken übernahmen die Macht. Mit Ende des Bürgerkrieges im Jahre 1922 wurde die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegründet. Das Staatsgebiet erstreckte sich in etwa auf das ehemalige zaristische Territorium. Es folgte eine unruhige Zeit geprägt von Hunger und Elend, auch wenn erste Züge von Industrialisierung und Alphabetisierung stattfanden.

Nach dem Tode Lenins im Jahr 1924 kam ein neuer Machthaber in den Kreml. Mit Josef Stalin, einem Georgier trat ein ebenso entschlossener wie harter Staatsführer auf den Plan. Seine Regierungszeit war geprägt durch staatlichen Terror und rücksichtslose Verfolgung politisch andersdenkender sollten seine Mittel sein, um seine Macht zu festigen.

UdSSR – zweiter Weltkrieg

Stalin trieb mit eiserner Hand den sozialistischen Kommunismus voran. Dann kam der deutsche Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 und Stalin stand als Kriegsteilnehmer mit seiner Sowjetunion auf Seiten der Alliierten. Es sei erwähnt, dass die UdSSR die meisten gefallenen Soldaten im zweiten Weltkrieg zu beklagen hatten. Was folgte, war die bedingungslose Kapitulation Deutschlands und Stalin zählte mit Großbritannien und den USA zu den Siegermächten, die über die Zukunft Deutschlands zu entscheiden hatten.

UdSSR – kalter Krieg

Doch schon bald sollte sich herausstellen, dass mit Wegfall des gemeinsamen Feindes Deutschland die Unvereinbarkeit der Staatsformen Kommunismus und Demokratie nur allzu deutlich zum Vorschein kam.

Es folgte eine Teilung der Welt in Anhänger der einen und der anderen Ideologie. Am sichtbarsten war diese Teilung entlang der ehemaligen Deutsch Deutschen Grenze. Hier stießen die militärischen Bündnisse Nato und Warschauer Pakt aufeinander. Es folgte eine beiderseitige Drohkulisse der Aufrüstung, auch kalter Krieg genannt. Dieser endete erst 1991 mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der UdSSR.

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