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Warum sind Kühe in Indien heilig? – Aufklärung

Warum sind Kühe in Indien heilig

Rinder werden schon seit den Zeiten des alten Ägyptens zwischen 4000 v. Christus und 394 n. Chr. besonders in arabischen und indoarischen Ländern verehrt, mit den Nuer und Dinka aber auch zwei afrikanische Stämme.
Neben der Hauskuh werden auch alle anderen Rassen wie Stiere oder Ochsen verehrt. Damit verbunden ist die Geschichte des Gottes Krishna, der die Tiere heiligte.

Geschichte der Verehrung

Übersetzt man den Name Indien, welches aus dem Sanskrit stammt und Aghnya heißt, erfolgt daraus das Wort Stier. Eine Aghnya wiederum bedeutet übersetzt die Untastbare und entspricht der hinduistischen Tradition, dass die Aufgabe jedes Hindus ist, Kühe zu schützen.
Schon in den Veden, einer Sammlung schriftlicher hinduistischer Texte, wird in den Jahren um 1500v. Chr. vom Einfluss der Kühe gesprochen. So erscheint die Muttergöttin alias Mutter Erde Prthivi matar oft sinnbildlich als Kuh. Die Kuh ist im Hinduismus die Lebenspenderin aller Inder.

Warum sind gerade Kühe heilig?

Kühe sind in Indien heilig, weil im Hinduismus diese als Körperspeicher für deren Gottheiten dienen. Hindus glauben, dass Götter in jedes Lebewesen schlüpfen können und nach der Tradition des Gottes Krishna bevorzugt in Kühe.
Tatsächlich geht die Heiligsprechung von Kühen auf den Gott Krishna zurück, diesem wurde nach dessen Geburt nach dem Leben getrachtet. Zum Schutze wurde dieser zu einer Hirtenfamilie gebracht. Fortan wuchs er hier als Hirtenjunge zwischen Milchmädchen und Kühen auf.
Da die Milchkühe in dieser Zeit den Status einer nährenden Mutter für ihn einnahmen, wurden diese schließlich heilig. So entstand in der Mythologie der Glaube daran, dass eine Kuh Mutter von Millionen indischer Menschen ist und Seelentier und deren Körper beherbergt. Sie symbolisiert die nährende Liebe der Gottheiten zu den Menschen.

Historische Hintergründe der Kuhverehrung

Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass die Kühe in Indien traditionell verehrt wurden, weil die Milch der Kühe wichtiger war als das Fleisch. Aus diesem Grund sollten die Menschen die Kühe nicht schlachten und zu Fleisch verarbeiten sondern jahrelang die Milch der Kühe verwenden. Die Kühe konnten so große Teile des Volkes mit dem wertvollen Lebensmittel Milch versorgen.

Lebensraum

Kühe sind in Indien teil des heutigen Straßenbildes. Unbehelligt und in Seelenruhe bewegen sie sich durch die lärmenden Straßen Mumbais. Während die Tiere die lärmenden Fahrzeuge kaum wahrnehmen, beeinflussen sie wiederum den gesamten Straßenverkehr. Großzügig wird ihnen ausgewichen, Straßen plötzlich einspurig, damit den heiligen Tieren nichts passiert. Denn, sollte es zu einem Unfall mit einer Kuh kommen, liegt die Schuld grundsätzlich beim Menschen. Dieser hat dann schwere Bestrafungen zu fürchten, sollte eine Kuh gar sterben, durch welch Tragik auch immer, wird dies vor indischen Gesetzen als Mord interpretiert. Gleichwohl hat dies auch einen sehr großen Einfluss auf das Seelenheil des Schädigers und dessen Wiedergeburten.

Wer in Indien Kühe hält, ist hochangesehen im Land, doch sind die Lebensumstände dort sehr schwer und viele Menschen leiden Hunger und unter Armut. Oft bleibt nicht mal Geld für das Nötigste und eine Kuh zu ernähren ist sehr kostspielig, daher laufen viele Kühe scheinbar herrenlos durch die Straßen und ernähren sich von den Abfällen der Einwohner, die es dort zu Hauf gibt. Altersschwache und kranke Kühe leben oft in Kuhasylen und Altenheimen für Kühe, wo sie bis zu ihrem natürlichen Lebensende gehalten und gefüttert werden.

Die 5 heiligen Gaben einer Kuh

Neben dem hohen Ansehen der Kuh als Mutter und Ernährerin aller Inder schenken diese edlen Tiere ihren Besitzern 5 heilige Gaben:
1. Butterschmalz oder Ghee. Ghee wird in der altindischen ayurvedischen Heilkunde als Lebenselixier bezeichnen, welchen die Verdauung anregen und die drei Lebensenergien (Vata, Pitta und Kapha) im Gleichgewicht halten soll.
2. Kuhdung. Diesem wird in Indien Heilkräfte zugesprochen, so werden die Exkremente getrocknet und anschließend erhitzt. Das daraus hergestellte Pulver wird in verschiedenen Produkten verwendet. Darunter Zahnpasta, Seifen und Medikamenten. Nicht selten wird Kuhdung zum malen des Vibhuti, das Zeichen der Inder auf der Stirn, verwendet.
3. Kuhurin. Dieser wird neben der rituellen Säuberung auch zum Behandeln kranker Kinder verwendet. Ihm werden antiseptische Wirkungen nachgesprochen und sollen den Heilungsverlauf von Wunden und Hauterkrankungen deutlich reduzieren. Zur rituellen Säuberung muss jeder Konvertierte oder Bekehrte mit Urin bespritzt werden.
4. Milch. Nähstoffreich und traditionell im indischen Chai (Milchtee) gereicht.
5. Lasshi. Eine Art Buttermilch oder Joghurt artiges Getränk, welches in Indien äußerst beliebt ist, jedoch nicht warm wieder Chai getrunken wird, sondern gekühlt. Gerade bei den heißen Temperaturen des Landes eine Wohltat.

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