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Warum ist Jerusalem eine heilige Stadt? – Aufklärung

In den drei großen Weltreligionen, dem Christentum, dem Islam und dem Judentum gilt Jerusalem, die Hauptstadt Israels als heilige Stadt. Tausende Gläubige pilgern jedes ja dorthin. Aber warum eigentlich?

Alles begann mit Abraham

So verschieden diese drei Religionen zu scheinen mögen, sie haben nicht nur gemeinsam, dass sie monotheistisch sind, also nur einen Gott anbeten, sie haben auch alle den gleichen Gründervater: Abraham.

Im Alten Testament und im Tanach wird Abraham von Gott beauftragt, mit seiner Familie in Richtung des heiligen Landes Kanaan zu ziehen, welches ab diesem Zeitpunkt das Land der Israeliten werden soll. Hiermit beginnt die religiöse Geschichte Israels.
Auch wenn Abraham im Juden- und im Christentum eine wichtigere Rolle einnimmt, als im Islam, ist er trotzdem auch hier von großer Bedeutung, denn sein Sohn Ismael gilt als der Stammvater der Muslime.

Die Beziehung zwischen Gott und Abraham ist nicht immer ganz einfach und wird von Gott immer wieder auf die Probe gestellt. Unter anderem will er, dass Abraham ihm seine Treue beweist, indem er ihm seinen Sohn Isaak tötet. Die Gräueltat wird zwar in letzter Sekunde von Gott selbst verhindert, der blinde Gehorsam Abrahams ist aber eine wichtige Schlüsselszene für alle drei Religionen. Das Opfer sollte auf dem Berg Moriah stattfinden, dort, wo sich später Jerusalem befinden wird.

Der Tempelberg, Ursprung unserer Erde

Als blühende Metropole der Antike nimmt Jerusalem im Laufe der Geschichte immer wieder wichtige Schlüsselrollen in den drei Religionen ein.

Der Tempelberg steht dabei nicht nur im Zentrum Jerusalems sondern fast auch aller sich dort befindlicher Heiligtümer.
König Salomon soll an der Stelle, wo Abraham seinen Sohn hätte opfern sollen, einen Tempel erbaut haben. Aber nicht nur das macht diesen Ort für Christen und Juden so besonders. Hier soll auch der Schöpfungsstein herstammen, aus dem die gesamte Welt von Gott erschaffen wurde.

Der Tempel wurde leider endgültig von den Römern während ihrer Besatzungszeit zerstört und nur ein Teil der Befestigungsmauer blieb erhalten. Als Überbleibsel des ursprünglichen Tempels gilt sie für jüdische Gläubige als wichtiger Begegnungsort mit Gott. An der sogenannten Klagemauer werden Gebete gehalten und auf kleine Zettel geschrieben, die dann in die Ritzen des Bauwerks gesteckt werden.

Felsendom und Grabeskirche, Schlüsselorte zweier Weltreligionen

Über den Schöpfungsstein wurde später der Felsendom gebaut. Der Dom gilt im Islam als der drittheiligste Ort der Welt. Hierhin soll der Prophet Mohamed während seiner Nachtreise von Mekka aus gewandert sein und mit allen Propheten zusammen gebetet haben. Nicht zuletzt ist der Stein auch der Ort, von dem aus er seine Himmelfahrt angetreten haben soll.

Auch das Christentum verbindet seine Gründung mit Jerusalem, denn hier wurde Jesus ans Kreuz genagelt und stand später wieder aus seinem Grab auf. An der Stelle, wo sich das Grab befindet, steht heute die Grabeskirche, eine der wichtigsten Pilgerstätten für Christen aller Konfessionen.

Als so bedeutender Ort für drei der größten Religionen der Welt ist es nicht verwunderlich, dass Jerusalem als heilig gilt. Wie Sie gesehen haben, war die Stadt Ausgangspunkt vieler religiöser Schlüsselszenen. Für tausende von Gläubigen ist, es wichtig einmal in ihrem Leben dort gewesen zu sein. Als Bestätigung ihres Glaubens gegenüber Gott. Die Heiligtümer Jerusalems zusammen mit der ineinander verwobenen Geschichte der drei Religionen ist es, was die gesamte Stadt heilig macht.

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