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Was sind Faschisten? – einfach erklärt

Was sind Faschisten

Immer wieder hört man etwas über Faschismus und dass diese oder jene Menschen „Faschisten“ seien. Doch was sind Faschisten überhaupt? Woher kommt der Begriff?

Der Ursprung des Faschismus

Seinen Ursprung hat der Faschismus im Italien des frühen 20. Jahrhunderts. Abgeleitet wird der Begriff vom italienischen „fascio“, was so viel wie „Bund“ heißt. Es wird auch durch ein Rutenbündel mit Axt symbolisiert, was heute noch gerne ein Symbol aus dem Römischen Reich ist.

Mit diesem Begriff gründete Benito Mussolini eine Bewegung. Dies war der Grundtyp aller faschistischen Organisationen, die in den Folgejahren und Jahrzehnten aus dem Boden sprießen sollten und auch das Vorbild für den deutschen Nationalsozialismus. Mit den entsprechenden Folgen, die man im Geschichtsbuch nachlesen kann.

Charakter des Faschismus

Doch was macht den Faschismus wirklich aus? Wie kann man ihn erkennen und was unterscheidet ihn von anderen nicht-demokratischen Strömungen?

Es gibt gewisse Charakteristika, die den Faschismus einzigartig machen und die allen Gruppierungen dieser Strömung gemein ist. Dazu zählen vor allem die folgenden Dinge:

  • Autoritarismus,
  • antidemokratische Einstellungen,
  • Antikommunismus/Antimarxismus,
  • Antipluralismus,
  • Militarismus,
  • Führerkult
  • und Nationalismus in extremster Form.

Ursprünglich war der Faschismus als Begriff leer und hatte nicht viel Bedeutung und noch heute fragt man sich, ob jene oder diese Strömung wirklich unter diesen Begriff fällt. Aber mit der Zeit und mit seiner eigenen Entwicklung füllte sich der Faschismus selbst. Mussolini und seine Regierung, sein Verhalten und die Aktionen waren Vorbild und Definition des Faschismus.

Faschisten trachteten in jedem Land nach dem Ende einer Demokratie. Die Mehrheit sollte nicht entscheiden, sondern eine kleine Gruppe von besonders auserwählten, die über andere besser entscheiden konnten.

Der Antikommunismus als Bollwerk gegen die Sowjetunion war eine wichtige Grundlage, denn die Kommunisten wollten Eliten vertreiben, sie nicht beherrschen lassen.

Militarismus symbolisierte Stärke und Männlichkeit. Das hat beides einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert in allen rechtsextremen Gruppen.

Der Führerkult gliedert die ganze Gesellschaft straff nach einem Führerprinzip. Befehlen und gehorchen, das ist das Nervensystem einer faschistischen Gesellschaft und eines faschistischen Staates.

Der Nationalsozialismus

In der Forschung herrscht noch nicht richtig Einigkeit, ob der Nationalsozialismus in die Gruppe der faschistischen Ideologien einen Platz hat, oder ob er nicht viel mehr als singuläres Phänomen betrachtet werden sollte. Und tatsächlich gibt es zwar viele Gemeinsamkeiten, aber doch noch mal erhebliche Unterschiede zu vielen anderen faschistischen Strömungen.

Der wesentliche Unterschied ist der radikale Antisemitismus und der radikale Rassismus. Dieser kam in der Form, in der Intensität und der vernichtenden Wirkung nicht in der Ideologie Mussolinis vor, sondern wurde vom Nationalsozialismus an die Italiener im Krieg weitergereicht.

Aber vieles ist gleich und vielleicht überwiegen die augenfälligen Gemeinsamkeiten so stark, dass man den Nationalsozialismus durchaus als Faschismus bezeichnen kann. Der Militarismus, der Nationalismus, der Führerkult, der von Deutschland wohl geprägt wurde, wie nie von einem Land vorher oder nachher. Auch für seinen Antikommunismus war der Nationalsozialismus bekannt.

Was ist also ein Faschist?

Ein Faschist ist also ein Anhänger der Ideologie des Faschismus. In irgendeiner Strömung findet der Faschist seine politische Heimat und hängt all dem an, was oben beschrieben wurde. Ein Faschist lehnt die Pluralität der Meinungen ab, die Demokratie, Gewaltenteilung, linke (also gleichheitsliebende) Weltanschauungen. Er liebt das Militär und Hierarchien. Er liebt es, Befehle zu geben, von Höhergestellten Befehle zu befolgen und duldet von Untergebenen (dazu zählt auch die Partnerin) keinen Widerspruch. Stärke und Männlichkeit gehören zu seinen höchsten Gütern und Behinderungen, Krankheiten, Depressionen werden als Schwäche abgetan. Der Kampf gehört zum Leben immer dazu, man sollte nur nie verlieren. So ist der Faschist immer auf Konflikte aus und scheut sie nicht, sei es mit den Institutionen der Demokratie oder den politischen Gegner.

Der Faschist braucht keine Staatsmacht, um Probleme zu machen, denn als Extremist ist er bereit, auch ohne politische Macht zur Aktion zu schreiten und kann Terror verbreiten, Leute einschüchtern, Hass im Internet und in der Nachbarschaf verbreiten. Damit ist er ein gefährlicher Gegner der Freiheit und der Demokratie, ganz gleich, ob er alleine handelt, in einer Gruppe ist oder gar das Land führt. Wie klein seine Macht auch zu sein scheint, er wird bestrebt sein, sie auszuweiten, etwas zu erreichen und zu tun, was seiner Ideologie entspricht, um die Welt so zu formen, dass sie seiner Ideologie entspricht und er sich selbst wohlfühlt, ganz gleich, was das für andere heißt.

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