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Yukata & Kimono – was ist der Unterschied?

Das Bild von traditioneller japanischer Kleidung ist vor allem in den letzten Jahrzehnten durch die Medien in den Westen übergegangen. Das wunderschöne Aussehen der Geisha ist dabei wohl den meisten ein Begriff. Sie fallen vor allem durch ihr Gewand auf, welches meist bunt und mit vielen Verzierungen bestickt ist. Dies nennt sich Kimono und hat in Japan eine lange Tradition. Die Geschichte hinter diesem Kleidungsstück ist sehr viel tiefgreifender, als es heute scheint. Jedoch wird dabei auch oft der Begriff Yukata benutzt. Wie unterscheiden sich die beiden? Diese Frage wird in diesem Beitrag näher betrachtet.

Kimono

Direkt übersetzt bedeutet Kimono eigentlich nur „Anziehsachen“ (ki = anziehen; mono = Sache). Im traditionellen Japan waren Kimono die übliche Alltagskleidung für Mann und Frau. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl an Stoffschichten, welche übereinandergelegt werden. Dieser Stoff besteht aus Baumwolle. Meist kann man einen Kimono nicht selbst anziehen, weil alle Teile straff sitzen müssen, damit der ganze Aufzug zusammenhält. Das Hauptkleidungsstückt hat dabei eine T-Form und wird mehrere Male kompliziert um den Körper gewickelt. Am Ende wird alles mit einem Gürtel, dem sogenannten Obi, festgehalten. Das ist die heute bekannte Form des Kimono.

Früher wurde der Begriff Kimono aber für alle möglichen Alltagsklamotten verwendet. Daran konnte man damals erkennen, welchen sozialen Status die Person hatte. Je prachtvoller der Kimono, desto reicher war die Person. Dies ist alles auf die Periode vor 1854 bezogen. Japan befand sich davor für rund zweihundert Jahre in Abschottung. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts öffneten sie ihre Land für den Einfluss westlicher Kulturen. Zudem wurde das Klassensystem eingestampft. Seitdem hat sich auch die Stellung des Kimono in der Gesellschaft stark verändert.

Heutzutage hat das Wort Kimono eine eher traditionelle Bedeutung gewonnen. Er ist schon lange nicht mehr Alltagskleidung und wird nur noch zu speziellen Anlässen getragen. Dazu zählen vor allem Hochzeiten, Teezeremonien oder bestimmte Festlichkeiten. Es gibt viele Menschen in und auch außerhalb Japans, welche sich jedoch das Sammeln und Tragen von Kimono zum Hobby gemacht haben. Immerhin ist es ein sehr schön aussehendes traditionelles Kleidungsstück. Viele Touristen lassen sich gerne in Kimono einkleiden. Es ist immer ein anderes Gefühl, in dieser Kleidung durch die Straßen Japans zu laufen.

Yukata

Aber was ist denn dann ein Yukata? Der Yukata ist eine Unterklasse des Kimono. Wörtlich übersetzt bedeutet Yukata „Badegewand“ (yu = Bad; kata = Gewand). Er wird auch gerne als Sommerkimono bezeichnet, da er keine aufwendigen Schichten zum Anziehen benötigt. Der Yukata besteht dabei aus leichter Baumwolle und ist atmungsaktiver.

Wie der Name schon sagt, ist der Yukata mit dem uns bekannten Bademantel oder Morgen- und Abendmantel zu vergleichen. Er wird also am meisten zuhause oder in Hotels verwendet. Wer selbst schon einmal in einem japanischen Hotel war, hat bestimmt schon einen Yukata im Schrank gesehen. Diese werden meist als Hotelkleidung oder Schlafanzüge angeboten. Er ist weitaus häufiger anzutreffen als der Kimono.

Der Yukata wird aber auch als Straßenkleidung verwendet. Man sieht ihn oft im Sommer, vor allem zu Festen in der Nähe von Schreinen oder Tempeln. An warmen Tagen ist er eine erfrischende Abwechslung zum traditionellen und warmen Kimono. Yukata sind aber meist weniger verziert und eher schlicht gehalten. Die meisten von ihnen sind entweder grau oder dunkelblau. Für den Yukata gibt es auch keine bestimmte Art ihn zu tragen. Der Kimono ist dabei formeller.

Fazit

Wenn man die beiden Begriffe kennt und übersetzen kann, ist der Unterschied gar nicht so schwer zu verstehen. Der Kimono ist ein Überbegriff und wird heute meist für traditionelle japanische Kleidung verwendet. Darunter zählt auch der Yukata, welcher sozusagen als einfacher Mantel im Alltag genutzt wird. Der Kimono ist deutlich komplizierter und benötigt meist viele Hände, um ihn richtig anzuziehen. Beides ist jedoch tief in der japanischen Kultur verankert.

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