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Warum waren Menschen früher kleiner als heute? – Aufklärung

Warum waren Menschen früher kleiner als heute

Man schlendert durch das Mittelaltermuseum und sieht ein altes Holzbett. Was einem sofort ins Auge springt ist die Größe des Bettes, denn damals waren Betten deutlich kleiner als heute. Oft wird deshalb angenommen, dass die Menschen damals wie die Betten viel kleiner gewesen sein mussten. Heute weiß man allerdings, dass die Menschen im Mittelalter auf hohen Kissen, also fast im Sitzen, schliefen und die Betten nicht wegen der Körpergröße der Menschen so klein waren. Trotzdem ist es bereits erwiesen, dass Menschen mal kleiner waren als wir es heute sind.

Wie groß waren die Menschen früher?

Im frühen Mittelalter waren die Menschen im Durchschnitt 1,73 Meter groß und somit nur wenige Zentimeter kleiner als heute. Ab dem 12. Jahrhundert nahm die Körpergröße immer weiter ab, bis im 17. und 18 Jahrhundert der Tiefgrund erreicht wurde. Die Menschen waren durchschnittlich nur noch 1,67 Meter groß, was einen Größenunterschied von sechs Zentimetern entspricht. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Größe von 1,73 Metern wieder erreicht. Anschließend stieeg der Wert noch um wenige Zentimeter an, bis er in den 80er Jahren stagnierte.

Wieso schwankt die durchschnittliche Körpergröße so sehr?

Forscher gehen davon aus, dass diese Schwankungen der Körpergröße auf das Klima zurückzuführen sind. Im 9. bis 13. Jahrhundert war die Durchschnittstemperatur etwa 2-3 Grad höher als zuvor. Es wird davon ausgegangen, dass dadurch die Erträge bei den Ernten höher wurden. Die Wachstumsperiode bei Getreide und anderen Pflanzen war knapp drei bis vier Wochen länger, was zu der Steigerung des Ertrags geführt hat. Die Menschen hatten ausreichend zu essen und konnten sich gut mit den wichtigsten Nährstoffen wie Proteinen versorgen.

Anfang des 15. Jahrhunderts änderte sich das Klima mit dem Einbruch der kleinen Eiszeit. In Nordeuropa fielen die Temperaturen für fast 500 Jahre um zwei bis drei Grad ab. Die Erträge in der Landwirtschaft wurden wieder geringer und sorgten so für eine verschlechterte Versorgungslage, weshalb die Menschen wieder etwas an Körpergröße verloren.

Es wird vermutet, dass die Menschen seit dem 18. Jahrhundert wegen des wärmeren Klimas und der verbesserten Landwirtschaft wieder größer wurden.

Wird der Trend der steigenden Körpergröße auch in der Zukunft weiterhin andauern?

Bereits seit der 80er Jahre stagniert die Körpergröße in Deutschland und anderen Ländern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Durchschnittsgröße der Menschen nicht weiter steigen wird, wenn die optimalen Umstände der Umgebung erreicht worden sind. Dies würde bedeuten, dass die deutschen Männer weiterhin eine Durchschnittsgröße von 1,80 Metern und die Frauen eine Größe von 1,70 Metern erreichen würden.

Warum sind Menschen unterschiedlich groß?

Nicht nur die Umweltfaktoren bestimmen unsere Körpergröße. Etwa zu 80 Prozent wird die Größe unseres Körpers durch die Gene festgelegt. Die genetische Konstitution begrenzt damit die Größe auf ein Höchstmaß. Nur zu den restlichen 20 Prozent wird die Körpergröße durch die Umweltfaktoren wie Klima, Ernährung und Gesundheitszustand festgelegt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Menschen nicht immer kleiner waren, als wir es heute sind. Genauso wie die Temperatur schwankte, schwankte auch die Körpergröße der Menschen.

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