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Warum hat Leonardo da Vinci die Mona Lisa gemalt? – Aufklärung

Warum hat Leonardo da Vinci die Mona Lisa gemalt

Wieso hat Leonardo Da Vinci die Mona Lisa gemalt?

Sie weiß der Menschheit auch heute noch eines ihrer größten Rätsel aufzugeben: Die Mona Lisa oder auch La Gioconda („Tröstende, Heitere“) genannt, begeistert seit Jahrhunderten mit ihrem geheimnisvollen Lächeln und ihrer mystischen Präsenz. Sie gilt nicht nur als Meisterwerk des Renaissance-Genius Leonardo Da Vinci, sondern auch als berühmtestes Gemälde der Welt. Doch wieso ist dieses meisterhafte Beispiel italienischer Malerei überhaupt dem genialischen Geist seines künstlerischen Vaters entsprungen? Eine Frage, die beinah ebenso geheimnisumwoben erscheint, wie das Motiv selbst. Auch heute lässt sie sich noch nicht vollends gesichert beantworten. Die populärsten Theorien werden im Folgenden vorgestellt.

Frau eines Kaufmanns oder fiktives „Ideal“ – Wer ist die Mona Lisa?

Da die Provenienzforschung zur Datierung und Entstehung der Mona Lisa keine vollkommen sicher belegbaren Fakten vorweisen kann, (sie ist weder signiert, noch gibt es gesicherte Angaben über den Zeitpunkt der Entstehung) gibt es einige mehr oder weniger wahrscheinliche Theorien über die Hintergründe der Herstellung der Mona Lisa. Eine der populärsten Deutungen geht auf den italienischen Architekten und Medici-Hofmaler Giorgio Vasari zurück, der heute vor allem wegen seiner Biografien über Künstler des 16. Jahrhunderts als erster Kunsthistoriker neuzeitlicher Kunst gilt. Er vermutete, dass der Auftrag für die Mona Lisa von einem florentiner Kaufmann stammt, der seine dritte Frau porträtieren lassen wollte. Dabei soll es sich laut Vasari um Lisa del Giocondo handeln, die Frau von Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo.

Wiederum andere Stimmen der Kunsthistorie gehen jedoch davon aus, dass es sich bei der Mona Lisa eher um eine andere Person handeln könnte. Der Hof von Isabella d’Este, der hochdekoriertesten Kunstmäzenin ihrer Zeit, war für Leonardo Da Vinci auf seiner Flucht vor der Sforza-Familie 1499 willkommener Zufluchtsort. Der Beleg für eine Bekanntschaft ist hier, anders als bei der vorangegangenen Theorie bereits belegt, außerdem existiert eine Zeichnung Leonardos von der Gräfin, die eine deutliche Ähnlichkeit mit der Figur der Mona Lisa aufweist.

Im Werkverzeichnis wird diese Theorie als plausibelste dargestellt.
Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt die Annahme, dass es sich bei der Mona Lisa nicht etwa um ein Abbild einer realen Person handelt, sondern vielmehr um die fiktive Annäherung an ein „Ideal“ des menschlichen Seelenlebens handelt. Das verklärte Lächeln, die Verschmelzung mit einer idealistischen Naturvorstellung und nicht zuletzt die perfektionierte Sfumato-Technik, lassen das Damenmotiv als Allegorie des Glücks erscheinen.
Künstlerischer Genius – die Bedeutung der Mona Lisa für die Malerei der Renaissance

Wie bereits angeführt, vereinen sich im Gemälde der Mona Lisa der künstlerischer Genius Leonardos, malerische Progressivität und perfektionierte künstlerische Technik. Als herausragendes Meisterwerk seines Schaffens gilt „La Giocondo“ vor allem auch deshalb, da hier all diese Mittel mit einer Exzellenz verbunden werden, die Leonardos Vorreiterrolle in der Prägung der Renaissance zementieren. Die sphärische Verbindung von Mensch und Natur durch den Effekt des Sfumato in einer derart perfektionierten Art und Weise verschmolzen, sollte die erste ihrer Art gewesen sein und markiert Leonardo Da Vinci einmal mehr als prägendste Figur seiner Zeit und darüber hinaus.

Waren Porträts bis hier hin eher seelenfreie Abbilder politischer Positionen, tritt mit der Mona Lisa die Seele in die Malerei ein. Ein Umstand, der die florentinische Malerei der Renaissance in ihrem Streben nach Idealen in den darauffolgenden nächsten Dekaden prägen sollte. Es lässt sich darüber diskutieren, ob Leonardo Da Vinci dieses, sein Meisterwerk ob der Erkenntnis der eigenen Progressivität und Innovation so lange Zeit für sich selbst behalten hat.

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