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Wieso war Nelson Mandela im Gefängnis? – Aufklärung

Nelson Mandela; Symbolfigur im Kampf gegen die Apartheid

Der im Kalenderjahr 2013 verstorbene Friedensnobelpreisträger, Freiheitskämpfer und einstiger Staatspräsident Südafrikas Nelson Mandela zählt zu der Riege der bedeutendsten Widerstandskämpfer gegen das rassistische Apartheid– Regime und die Rassentrennung.

Der studierte Jurist, der als Nationalheld Südafrikas gilt, widersetzte sich den Drangsalierungen des Apartheid- Regimes und avancierte zu einer der Symbolfiguren des Afrikanischen Nationalkongresses ANC, der im Kampf gegen die Rassentrennung und die Glorifizierung der weißen Bevölkerung durch das Volk der Buren, die Weiße als offiziell geschütztes Herrenvolk klassifizierten, agierte. Analog dazu stufte das Apartheid- System Menschen mit schwarzer Hautfarbe als “ minderwertig“ ein, beschnitt auf gesetzlicher Ebene zielgerichtet die individuellen Rechte der Schwarzen und stilisierte sie zu Individuen zweiter Klasse.

Mandela und der ANC riefen das Kollektiv aus dem Schutz des Untergrundes zum bewaffneten Widerstand gegen die Apartheid auf

Um Repressalien der südafrikanischen Regierung zu entgehen, die die Apartheid propagierte und nachhaltig etablierte, flüchtete Mandela gemeinsam mit anderen ANCMitgliedern in den Untergrund. Ausgehend aus ihren Verstecken riefen die ANC- Amtsinhaber das Kollektiv zum bewaffneten Widerstand und Kampf gegen die Apartheid sowie zur Sabotage des Apartheid- Regimes auf. Derartige Apelle stilisierten diejenigen, die im Afrikanischen Nationalkongress organisiert waren, in den Augen der südafrikanischen Regierung zu potentiellen Putschisten, Terroristen und Staatsfeinden, die es anhaltend zu bekämpfen und ruhig zu stellen galt. Getragen von dieser Klassifikation der ANC- Mitglieder trieb die südafrikanische Regierung die Hatz auf die im Untergrund verharrende ANC– Führung voran, an dessen Spitze Nelson Mandela stand.

Im Nachgang an eine relativ kurze Hetzjagd auf die Mitglieder des Afrikanischen Nationalkongresses, die sich als Fürsprecher für Demokratie und Humanität verstanden, erfolgte die Inhaftierung und rechtskräftige Verurteilung der ANCFührungsspitze. Sämtliche Personen, die Posten innerhalb der ANC- Führung innehatten, erhielten demzufolge aufgrund vermeintlicher Terroraktivitäten, kommunistischer Handlungen und Umsturzversuchen lebenslange Haftstrafen. Parallel dazu stufte der südafrikanische Präsident den Afrikanischen Nationalkongress als gefährliche Bewegung ein und belegte den ANC mit einem gesetzlichen Verbot. Im Zuge dieser Sanktionierungen durch den südafrikanischen Staat, die sich sowohl gegen den Verbund ANC als auch deren Mitglieder richteten, haarte Mandela insgesamt 27 Jahre im Gefängnis aus, ehe er im Kalenderjahr 1990 aus der Haft freikam.

Frederik de Klerk hebelte das Apartheid- Konstrukt aus und ebnete den Weg für ein demokratisches Südafrika

Verantwortlich für die Freilassung Mandelas und sämtlicher inhaftierter ANC- Mitglieder, waren die gesetzlichen Modifikationen des einstigen südafrikanischen Präsidenten de Klerk, die das offizielle Verbot des Afrikanischen Nationalkongresses aufhoben. In Kooperation mit Frederik de Klerk etablierte Mandela in seiner Eigenschaft als ANC- Präsident Gesetzgebungen, die das rassistische Apartheid- System aushebelten und den Weg für eine demokratische Verfassung Südafrikas ebneten. 1994 ging er als Sieger aus den ersten demokratischen Wahlen Südafrikas hervor. Dieser Triumph markierte das offizielle Ende des Apartheid– Systems und läutete eine neue Ära in dem einstig rassistisch geprägten Land ein. Der Sieg Mandelas besiegelte den Endpunkt der Herrschaft einer weißen Minderheit, die das Apartheid- Regime glorifizierte.

De Klerk, der in seiner Funktion als letzter Präsident des Apartheid- Systems und geprägt von einem moralischen Wandel, die Abkehr von der Apartheid initiierte, erhielt 1993 ebenso wie Mandela einen Friedensnobelpreis. Nach Auffassung der norwegischen Nobelkomiteejury habe der weiße de Klerk gemeinsam mit Mandela die Basis für ein friedliches Miteinander von Schwarzen und Weißen im Bereich Südafrikas geschaffen. Gleichzeitig habe de Klerk einem maßgeblichen Beitrag zum friedlichen Ende des Apartheid- Regimes geleistet und das Fundamt für ein demokratisches Südafrika hergestellt.

De Klerk forcierte das Ende der Apartheid

Kritiker des einstigen südafrikanischen Staatspräsidenten Frederik de Klerk, der mit seinen radikalen Reformen die Abschaffung der Apartheid initiierte, schreiben dem Friedensnobelpreisträger eine wegweisende Rolle im Zuge der Apartheid- Verbrechen zu. Demnach habe de Klerk die Apartheid bis zu dem Zeitpunkt, wo er einen subjektiv moralischen Wandel registrierte, die Repressalien und Degradierungen der Schwarzen befürwortet.

Diesen kritischen Stimmen begegnete de Klerk mit durchdachter Selbstreflektion. Im Anschluss an sein Ableben im Jahr 2021 veröffentlichten die Mitarbeiter des früheren Präsidenten eine Videobotschaft in der sich de Klerk posthum selbstkritisch zu seiner Tätigkeit in der Apartheid- Regierung äußerte. Er entschuldigte sich ausdrücklich für die Rassentrennung, die als Katalysator der Apartheid fungierte. De Klerk, der sich im Nachgang an seinen Amtsantritt relativ schnell von den Werten des Apartheid- Systems distanzierte, die sein Vater und Onkel im Rahmen ihrer Tätigkeit als früherer Präsident und Minister maßgeblich befeuert hatten, forcierte die Freilassung Mandelas, die Legalisierung des ANC und verkündete im Februar 1990 die Abschaffung der Rassentrennung.

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