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Weihnachten in Russland – Datum, Bräuche & Traditionen

Weihnachten in Russland - Datum, Bräuche & Traditionen

Das Weihnachtsfest ist für gläubige Christen in Russland das zweitwichtigste Fest im Jahr. Der Heilige Abend in Russland wird nicht am 24. Dezember begangen, sondern am 06. Januar. Bescherung findet am 31. Dezember statt. Warum das so ist und welche Unterschiede es zum deutschen Weihnachtsfest noch gibt, erfahren Sie in hier.

Weihnachten nach Silvester

Wie kommt es, dass die Russen ihr Weihnachten erst nach Silvester feiern? Das liegt daran, dass die orthodoxen Christen nach dem julianischen Kalender – welcher im Jahr 45 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt und nach ihm benannt wurde, leben und ihre Feste begehen. Während Papst Gregor XIII Ende des 16. Jahrhunderts mit der Einführung des gregorianischen Kalenders eine Reformation einleitete, blieb die russisch-orthodoxe Kirche dem julianischen Kalender treu. Die Differenz der beiden Kalender beträgt 13 Tage.

Der entscheidende Punkt: Seit einiger Zeit findet Silvester in Russland – ebenso wie in Deutschland, am 31. Dezember statt, also 13 Tage früher, als das Weihnachtsfest, welches in der Nacht vom 06. auf 07. Januar begangen wird. Dementsprechend gilt in Russland: Silvester wird vor Weihnachten gefeiert.

Besonderheiten rund um das Fest

74 Jahre keine Weihnachten

Wussten Sie, dass es den Russen untersagt war, für über sieben Jahrzehnte das Fest der Weihnacht zu begehen? Nach der Oktoberrevolution 1917 übernahmen Bolschewisten die Führung des Landes und verboten alle christlichen Feierlichkeiten. Erst als die Sowjetunion 1991 zerbrach, gibt es wieder Weihnachten in Russland.

Fastenzeit

40 Tage vor dem Fest müssen gläubige Russen streng fasten. Dabei schreibt die Kirche vor, nicht nur beim Essen enthaltsam zu sein. Vielmehr sollen die Menschen ihre Fehler und Sünden bekennen und auch anderen verzeihen lernen. Während dieser Zeit dürfen kein Fleisch, keine Wurst, keine Eier und Milchprodukte verzehrt werden. Obst und Gemüse, Fischgerichte, pflanzliches Öl und an einigen Tagen Wein in Maßen sind erlaubt.

Am Tag des Heiligen Abends, dem Sochelnik wird bis zum Abend nichts gegessen. Erst nach der großen Messe wird die Fastenzeit beendet.

Ablauf des traditionellen Weihnachtsfestes

Am Sochelnik, dem Tag des Heiligen Abends am 06. Januar, wird ein bis zu mehreren Stunden andauernder Gottesdienst begangen. So dauert die, im Fernsehen übertragene Messe in der Christ-Erlöser Kirche in Moskau bis in die Morgenstunden.

Um Mitternacht wird die Geburt Christi verkündet und die 40-tägige Fastenzeit gilt als beendet.

Nach der Messe versammeln sich die Menschen zu einem üppigen Essen. Zuerst wird Kutja, ein sehr altes slawisches Gericht bestehend aus Weizenkörnern, Nüssen und Honig gereicht. Dabei haben diese Zutaten eine starke symbolische Bedeutung für gläubige Russen. Die Weizenkörner stehen für Wiedergeburt und Unsterblichkeit der Seele. Honig und Nüsse symbolisieren Fruchtbarkeit und Reichtum.

Danach kommen Gans oder Ente mit Äpfeln gefüllt, Blinis und Pirogen mit Fleischfüllung auf den Tisch. Zum Dessert wird meistens ein Apfelkuchen serviert.

Weihnachten und Bescherung an Silvester

Am 31. Dezember feiert man ebenfalls in Russland Silvester. Doch wussten Sie, dass an diesem Tag gleichzeitig die Bescherung stattfindet, welche am 06. Januar gänzlich fehlt?

Russische Familien schmücken ihre Weihnachtsbäume, beschenken sich gegenseitig und treffen sich zum Essen von gefüllten Teigtaschen und Salaten. Tradition hat vor allem der Salat Seledka pod schuboj, welcher unter Zugabe von Mayonnaise in Schichten aus klein geschnittenen Hering, Kartoffeln, Möhren und Eiern zubereitet und oben mit geraspelter Roter Beete verziert wird.

Vor allem für Kinder ist das Fest ein Highlight, denn sie warten auf die Ankunft des russischen Weihnachtsmannes, Ded Moroz, welcher zusammen mit seiner Enkelin Snegurotschka Geschenke bringt. Die Schulen organisieren an diesem Tag Feiern, zu denen die Kleinen als Tiere verkleidet kommen und um die große, prachtvoll geschmückte „Jolka“, den russischen Weihnachtsbaum mit einem roten Stern an der Spitze, tanzen, Lieder vortragen und auf Ded Moros und Snegurotschka warten. Wer brav war, gut gesungen und getanzt hat, erhält die sehnsüchtig erwarteten Geschenke. Meistens handelt es sich um Pakete mit Süßigkeiten.

Zusammenfassung

Die russische Weihnacht hat kaum Gemeinsamkeiten mit der deutschen. Das traditionelle Weihnachtsfest, welchem eine strenge Fastenzeit vorausgeht, findet in Russland erst nach Silvester statt. Geschenke werden erst am Silvestertag verteilt.
Auf diese Weise hat die russische Silvesterfeier mehr mit der deutschen Weihnacht hierzulande gemein, als das eigentliche russische Weihnachtfest.

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