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Warum hat Island keine Armee? – Aufklärung

Warum hat Island keine Armee

Island ist ein wunderschönes Land. Man verbindet es mit Urlaub und wunderschönen Landschaften, welche sich für fast alle Arten der Erholung eignet. Was aber die wenigsten wissen, ist, dass Island über so gut wie keine Soldaten verfügt. Dies ist schon sehr lange so und hat geschichtliche Hintergründe. Aber warum ist dass so und wie verteidigt sich Island im Krisenfall?

Islands militärische Situation

Die Situation Islands zum Militär stellt sich so dar, dass Island regulär keine Einsatzstreitkräfte hat. Da Island bis 1944 unter der Herrschaft Dänemarks stand, wurde es auch von dort verteidigt. Nach der Unabhängigkeit Islands, wurde dann auf die Gründung einer eigenen Armee verzichtet. Lediglich über einzelne Einheiten, welche von der Kooperation verbündeter Streitkräfte abhängig sind, verfügen die Isländer. Im Jahre 1949 erfolgte der Beitritt zur Nato. Eine der wichtigsten Bedingungen der Isländer, war es, keine eigene Armee zu gründen und unterhalten zu müssen. Als dann im Jahr 1995 die Verfassung dahingehend geändert wurde, dass Island keine eigene Armee unterhalten muss, wurde dieser Status somit bekräftigt.

Island, der zweite Weltkrieg und die NATO

Im Zweiten Weltkrieg wurde Island im Jahr 1941 von den Briten besetzt, welche 1941 von amerikanischen Streitkräften abgelöst wurden. Die strategische Lage Islands, war der Grund dafür. Nachschubkonvois der Alliierten wurden von dort aus gesichert und gegen deutsche U-Boote angekämpft. Nachdem Island der NATO beigetreten war und der Korea – Krieg ausgebrochen war, wurde 1951 die Iceland Defense Force gegründet. Diese Kampfgruppe, welcher US – Soldaten, isländische Zivilisten und auch Soldaten aus anderen NATO – Mitgliedsstaaten angehörten, stand unter US – Kommando. Diese Kampfeinheit, hatte die Hauptaufgabe, die außenpolitische Sicherheit Islands zu gewährleisten und zu verteidigen. Im Kalten Krieg zwischen der USA und Russland spielte Island eine besonders wichtige Rolle. Durch perfekte Militärstrategie ist es den Amerikanern gelungen, Durchbrüche der Russen aus dem Nordpolarmeer in den Atlantik zu verhindern. Dazu wurden Radarstationen und auch Patrouillen der dort stationierten Kampfflugzeuge genutzt. Dass alles, ohne einen einzigen isländischen Soldaten.

Die Situation heute

Da Island Mitglied der NATO ist, muss auch ein Beitrag zum Verteidigungsbündnis geleistet werden. Da Island aber keine Armee hat, geschieht dies auf andere Weise. Island stellt der NATO, Teile ihres Staates zur militärischen Nutzung zur Verfügung. Diese Teile sind eingegrenzt und deutlich erkennbar. Diese Bereitstellung ist kostenlos und dient als Ersatz isländischer Beteiligungen an Manövern. Bis im Jahr 2006 war eine der wichtigsten Anlagen für die NATO, die Marineluftwaffenbasis Keflavik. Aber nicht nur amerikanische Streitkräfte betrieben diese Anlage, sondern auch Einheiten aus Dänemark und Norwegen waren dort stationiert. Nach 2006, wurde die Präsenz der Streitkräfte deutlich minimiert. In den vergangenen Jahren wurde Island immer mehr in die NATO involviert. Das liegt auch daran, weil Island viele Projekte der NATO mitfinanziert. Auch wurden und werden dort auch Gipfeltreffen abgehalten und Manöver durchgeführt.

Ganz ohne Soldaten geht es nicht

Eine kleine militärische Einheit haben die Isländer aber doch. Unter dem Namen Icelandic Crisis Response Unit, welche von der norwegischen Armee ausgebildet wird, sind Leute aus der Küstenwache und der Polizei, aber auch Zivilisten zusammengefasst, welche absolut fachlich dafür geeignet sind. Dazu rüsten die Norweger diese Unit auch aus. Diese Einheit hatte zum Beispiel die Aufgabe, die Friedenserzwingung in den Flughäfen des Kosovo und auch in Afghanistan, durchzusetzen. Bei einem Selbstmordanschlag 2004 in Kabul, wurden drei Angehörige dieser >Einheit verletzt. Auch gehörten Angehörige dieser Einheit der KFOR an, welche im Kosovo eingesetzt wurden. Auch die Iceland Air Defense Unit, welche 1987 gegründet wurde, unterliegt dem isländischen Außenministerium. Dazu kommt eine gut funktionierende Küstenwache, deren Hauptaufgabe das Sichern der Kabeljauvorkommen ist. Ebenso gehört eine Spezialeinheit der Polizei dazu.

Das Fazit

Ganz ohne Soldaten geht es nicht. Aber die Isländer zeigen, wie es machbar ist, mit der kleinsten Besetzung doch Mitgliedsstaat der NATO sein zu können. Das liegt vor allem, an der strategisch günstigen Lage der Insel. Diese spielte im Kalten Krieg eine immens wichtige Rolle. Island hat sich aber verfassungstechnisch soweit gebracht, dass der Unterhalt einer eigenen Armee aus der Verfassung entfernt wurde. Somit erbringt Island andere Aufgaben für die NATO und ist trotz allem ein verlässlicher Partner im Schutzbündnis. Und das auch ganz ohne Soldaten.

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