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Was bedeutet Genozid? einfach erklärt & Beispiele

Genozid besteht aus der Ableitung zweier Wörtern. „Geno“ leitet sich vom griechischen Wort „genos“ ab, was „Geschlecht“ bedeutet und „zid“ vom lateinischen „caedere„, was „vernichten“ bedeutet. Bei einem Genozid wird nicht ausschließlich eines der beiden Geschlechter vernichtet (getötet), sondern eine ethnische Gruppe. Das Synonym für Genozid ist Völkermord.

Rechtliche Einordnung Genozid

Der Genozid ist nach dem Völkerstrafrecht ein Straftatbestand und wird auch „crime of crimes“ genannt, als das „Verbrechen der (aller) Verbrechen„. Als Genozid gilt, wenn ein Volk aufgrund seiner nationalen, ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit militärisch vernichtet wird. 1948 beschlossen die Vereinten Nationen, dass Genozid grundsätzlich unter Strafe steht und der internationale Strafgerichtshof dies zu verurteilen hat, wenn unwiderlegbar nachgewiesen wird, dass es sich bei einem militärischen Einsatz, der nicht zwingend von einem Staat ausgehen muss, aufgrund der oben genannten Gründe ein Volk oder der größte Teil des Volkes getötet und damit vernichtet wird.

Ratifizierungen der Konvention

Die Ratifizierung der Konvention über den Straftatbestand des Genozids erfolgte durch Deutschland 1955. Vier Jahre nach in Kraft treten des Beschlusses. Drei Jahre später schloss sich Österreich an, die Schweiz folgte erst zu Beginn des neuen Jahrtausends. Die Ratifizierung erlaubt es den Staaten, die Vorgehensweise als Genozid einzustufen. Allerdings müssen Beweise für einen Genozid vorgelegt werden, denn alleine die Tötung von Menschen innerhalb eines Staates während einer militärischen Operation reicht nicht aus, um den Vorgang als Genozid einzustufen.

Formen des Genozids

Der Genozid basiert nicht ausschließlich auf Mord. Auch die „Unterwerfung eines Volkes unter Lebensbedingungen, die auf die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen“ gilt nach der Ratifizierung als Genozid.

Ein weiterer Akt, der dem Genozid zugeordnet wird, ist das Entführen von Kindern, die aus ihrer Volksgruppe herausgenommen werden, um sie in einer anderen „festzuhalten„. Bei dem Vorgang soll sichergestellt sein, dass die jüngsten fruchtbaren Menschen sich nicht mehr vermehren können, damit das Volk „vernichtet“ wird. Keine Nachkommen bedeuten zwangsläufig eines Tages das Ende der Volksgruppe.

Drastisch ist eine sogenannte „Geburtenverhinderung„. Die wird üblicherweise über physische Schäden bei den Menschen, die der Volksgruppe angehören und vernichtet werden soll, herbeigeführt. Männern wie auch Frauen werden die Genitalien verstümmelt oder abgetrennt, um die Vermehrung zu verhindern. Schwangeren Frauen werden die Ungeborenen aus den Leibern geschnitten und bei festgestellter Lebensfähigkeit des Kindes werden diese umgehend getötet.

Keine Synonyme von Genozid

Völkermord ist das einzige Synonym, welches zulässig ist. Immer wieder kommt es fälschlicherweise zur Verwendung geglaubter Synonyme. Dazu zählt auch „Verbrechen an der Menschlichkeit oder Humanität„. Das ist aber nur ein Oberbegriff, dem unter anderem der Genozid untergeordnet ist. „Kriegsverbrechen“ ist ebenso wenig ein Synonym, auch nicht mit einem Genozid gleichzusetzen. Ein Kriegsverbrechen ist ein Verbrechen während eines Krieges. Der Status Krieg wird aber nur ausgerufen, wenn mindestens zwei Kontrahenten eine Kampfhandlung unter Verwendung von militärischem Gerät durchführen. Selbst Völkermord ist nicht umfänglich als Synonym akzeptiert, da der Genozid mehr als nur den Mord zur Vernichtung eines Volkes vorsieht.

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