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Warum ist Norwegen nicht in der EU? – Aufklärung

Warum ist Norwegen nicht in der EU

Das europäische Land im hohen Norden ist eines der vermögendsten Länder der Welt. Dank reicher Öl- und Gasvorkommen geht es Norwegern gut und das ohne der Europäischen Union anzugehören. Die norwegische Wirtschaft floriert und bietet der Bevölkerung einen hohen Lebensstandard. In Norwegen zu leben ist teuer, hat aber auch Vorteile. Die sozialen Leistungen sind deutlich besser als in Deutschland. Warum ist Norwegen nicht in der Union? Darüber erfahren Sie in diesem Ratgeber die Hintergründe.

Fakten über Norwegen

Neben Island ist Norwegen eines der nördlichen Länder von Europa, das nicht zur Europäischen Union gehört. Aber Norwegen arbeitet mit dem EWR= europäischer Wirtschaftsraum zusammen und gehört dem EFTA, das europäische Freihandelsabkommen an. Das 1960 abgeschlossene Abkommen hat das Wachstum von Wirtschaft und Wohlstand als oberstes Ziel. Zur europäischen Freihandelszone gehören nur noch die drei Länder:

  • Liechtenstein
  • Schweiz
  • Norwegen

Im Jahre 1996 trat Norwegen dem Schengener Abkommen bei, sodass die Passkontrollen und die Kontrollen für Lieferungen entfielen. Norwegen wollte schon lange der EU beitreten.
Das skandinavische Land stellte vier Anträge zum Beitritt in die EU:

  • 1962
  • 1967
  • 1970
  • 1992

Frankreich legte 1962 und 1967 Veto ein und danach verloren die Norweger erst einmal das Interesse. Frankreich verweigerte den Beitritt, weil Frankreich Angst hat, an Macht zu verlieren. Großbritannien hatte zusammen mit Norwegen den Antrag gestellt. Eigentlich wollten die EU-Länder nur Großbritannien nicht dabei haben. Da Großbritannien und Norwegen die Anträge gleichzeitig stellten, hatte die Europäische Union auch Norwegen abgesagt.
Norwegen führte 1970 und 1992 eine Volksabstimmung zum Beitritt in die EU durch. Siebzig Prozent der Norweger und Norwegerinnen stimmten einem Beitritt in die Europäische Union nicht zu. So hat Norwegen noch seine eigene Währung, die norwegische Krone.

Was ist die Europäische Union?

Die aktuell 27 Mitgliedsstaaten betreiben einen Binnenmarkt, in dem Normen und Beschränkungen gelten. Ein wichtiges Ziel ist die Erhaltung des Friedens innerhalb der Grenzen und Schutz der Bevölkerung. Die EU-Länder fördern den gemeinsamen Fortschritt und dämmen soziale Ungerechtigkeiten ein. In der Europäischen Union herrscht Rechtsstaatlichkeit, die oberste Instanz ist der Europäische Gerichtshof.

Für die Aufnahme gelten drei Kriterien:

  • Politisches Kriterium
  • wirtschaftliches Kriterium
  • Acquit Kriterium

Diese drei Anforderungen heißen Kopenhagener Kriterien. Bei einem Treffen in Kopenhagen legten die Mitglieder 1993 die Kriterien fest.

Wer gehört zur Europäischen Union?

Zur Europäischen Union gehören aktuell 27 Mitgliedsstaaten. Es handelt sich um…

  • Belgien, Bulgarien, Deutschland,
  • Dänemark, Estland, Frankreich,
  • Finnland, Griechenland, Italien,
  • Irland, Kroatien, Litauen,
  • Lettland, Luxemburg, Malta,
  • Monaco, Niederlande, Österreich,
  • Polen, Portugal, Rumänien,
  • Schweden, Spanien, Slowenien
  • Slowakei, Tschechien, Ungarn, Zypern

Vor- und Nachteile in der Europäischen Union zu sein?

Länder bilden Kooperationen, um sich viele Vorteile davon zu versprechen. Das ist überwiegend auch der Fall, doch gibt es auch immer ein paar Nachteile.

Vorteile:

+ Einheitliches Währungssystem
+ Preisstabilität
+ vereinfachter Handel innerhalb der EU
+ größeren Einfluss auf die Weltpolitik

Nachteile:

– eingeschränkte Entscheidungsfreiheit
– Verwaltungsmonster, unzählige Behörden nötig
– starker Konkurrenzdruck bei den Landwirten
– trotz Union viele Unterschiede in den Ländern (Renten, Gesundheitssystem etc.)

Vor- und Nachteile nicht in der Europäischen Union zu sein

Sich die eigene Selbstständigkeit zu bewahren, gerade wenn hervorragende Finanzen im Hintergrund stehen, kann von großem Vorteil sein. Wer jedoch mit anderen interagieren möchte, muss kooperativ sein.

Vorteile:

+ Entscheidungsfreiheit
+ kurze Verwaltungswege
+ eine Politik angepasst an die eigenen Bedürfnisse, primär für Fischerei und Landwirtschaft
+ Schutz des eigenen Marktes, da Importware teuer ist

Nachteile:

– auf importierte Waren liegen hohe Zölle
– Norwegen zahlt hohe Beiträge an die EU für gemeinsame Projekte wie Studienprogramme und Kooperationen

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