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Warum hat Kroatien keinen Euro? – Aufklärung

Warum hat Kroatien keinen Euro

Kuna als kroatische Währung hat bald ausgedient. Kroatien tritt in die Währungsunion ein und wird den Euro am 01. Januar 2023 als offizielles Zahlungsmittel einführen. Dass es nicht auf Anhieb mit dem Euro geklappt hat, liegt an dem Eintrittsverfahren, denn der Finanzsektor muss in Kroatien bestimmte Bedingungen erfüllen, um den Euro einführen zu können. Der Prozess ist bis Silvester 2022 abgeschlossen.

Kroatien möchte alles richtig machen

Noch erkennt Kroatien zum Beispiel das Schengen-Abkommen nicht vollständig an, weshalb es keine generelle Reisefreiheit ohne Passkontrolle in das Land gibt. Allerdings ist der Staat Mitglied der Europäischen Union, gehört der Wirtschaftsunion an und künftig auch der Währungsunion. Dadurch wird vieles vereinfacht. Kroatien wird nicht das einzige Land sein, welches mit Beginn Januar 2023 den Euro als offizielles Zahlungsmittel auf Staatsebene einführt, auch Bulgarien hat endlich alle Hürden genommen, um den Euro einführen zu können.

Kroatien hat sich deshalb Zeit gelassen, weil das Land als eine Art Musterschüler beitreten möchte, um Ärger zu vermeiden. Sie haben die richtigen Lehren aus den Beitritten anderer Süd- und Oststaaten gezogen und wichtige Erkenntnisse erlangt. Ihre Zielstrebigkeit macht das Land so wertvoll für die EU, man darf ruhig behaupten, dass alle von dem Eintritt Kroatiens profitieren. Was aber bedeutet das für die Kroaten, die ab dem 01. Januar 2023 nur noch Euro aus dem Automaten erhalten?

Konservative Skeptiker in Kroatien

Die wichtigsten Erkenntnisse für viele in Kroatien sind die explodierenden Preise in anderen Staaten nach der Einführung des Euros. Obwohl den Bürgern in den Ländern versprochen wurde, dass sie von der Einführung der Währung profitieren, trat bei vielen genau das Gegenteil ein. Einerseits stiegen die Preise für Güter des täglichen Bedarfs, andererseits wurden die Löhne und Gehälter nicht angehoben, weshalb sich viele von heute auf morgen kaum mehr Güter leisten konnten. Die Armut und in vielen Staaten noch immer steigende Armut führt zu Missständen und zur Kritik gegenüber der Europäischen Union.

Kroatien hat sich sehr viel Mühe gegeben, den Anforderungen der Europäischen Union gerecht zu werden, weshalb sie verhindern möchten, dass die Bürger nach der Währungsreform auf die Straßen gehen und protestieren. Das geht nur, wenn es zu einem explosionsartigen Anstieg der Preise kommt und dauerhaft das Einkommen an die Inflation angepasst wird. Kroatien, wie es heute existiert, mit günstigen Angeboten, wird in einigen Jahren das Preisniveau von Mitteleuropa erreichen. Für Touristen lohnt sich dann die Reise nicht mehr aus finanziellen Gründen, sondern aufgrund der schönen Landschaft an der Adria.

Was hat Nikola Tesla mit dem Euro zu tun?“

Nein, Nikola Tesla ist nicht der Erfinder des Fahrzeugs, er ist aber Wissenschaftler und Forscher. Angedacht war, dass er die Rückseite der ersten Euro-Münzen ziert, jedoch wächst der Widerstand gegen das Vorhaben der Regierung und Nationalbank. „Er ist kein Kroate„, heißt es immer wieder, tatsächlich sah sich Tesla stets als Serbe. Und das ist nicht im Sinne der Kroaten, weshalb sie vor der Einführung des Euro darüber diskutieren, wer auf den Euro-Münzen künftig präsent sein wird. Wendet die Regierung in Kroatien die Diskussion mit einer Alternative ab, droht zu Beginn des Jahres 2023 der Protest der Bevölkerung. Viele werden sich scheuen, die Münzen entgegenzunehmen. Was für einige gar zu einem positiven Effekt führt, denn dann zahlen mehr mit der Karte, was den Zahlungsverkehr deutlich transparenter macht.

Droht mit der Einführung der Wertverlust?

Nein, die Regierung hat alles dafür getan, dass mit dem Zahlungsmittel kein Wertverlust verbunden ist. Der genaue Wechselkurs wird im Dezember 2022 bekannt gegeben, derzeit sieht es so aus, dass dieser rund 7:1 ausfällt. Alle Bürger können auf den Cent genau mit der Karte in den Shops, Restaurants und Bars bezahlen oder mit Bargeld. An den Automaten werden die Euro bereits ab Mitternacht des 1. Januars 2023 herausgegeben, wer noch Kuna besitzt, darf die Währung an den Banken gegen den Euro eintauschen. Es gibt zunächst eine kurze Übergangsfrist, weshalb auch Geschäfte noch die alte Währung akzeptieren.

Touristen müssen künftig keinen Währungstausch vornehmen und können mit dem Euro oder ihrer Bankkarte bezahlen. Allerdings wird der Euro endgültig erst ab 2023 akzeptiert, was bedeutet, dass alle, die 2022 in Kroatien urlauben, ein letztes Mal den Währungstausch vornehmen müssen, sofern sie in bar bezahlen möchten.

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