Zum Inhalt springen
Startseite » Wetter, Klima & Klimawandel » Warum sind Atomkraftwerke gefährlich? – Aufklärung

Warum sind Atomkraftwerke gefährlich? – Aufklärung

Warum sind Atomkraftwerke gefährlich

Atomkraftwerke decken seit Jahrzehnten in vielen Ländern einen Großteil des Strombedarfs. Atomkraft bietet eine verlässliche und schnelle Möglichkeit, um Strom zu produzieren. Doch in den letzten Jahrzehnten, hauptsächlich ausgelöst durch die Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima, wurden Atomkraftwerke von Politikern und vor allem von der Bevölkerung stark infrage gestellt. Die Gründe dafür sind vielfältig und die deutsche Regierung hat entschieden, das letzte Atomkraftwerk im Jahr 2022 vom Netz zu nehmen.

Doch warum sind Atomkraftwerke überhaupt so gefährlich?

Atomkraftwerke gelten unter Experten als eine der sichersten Kraftwerke überhaupt, da regelmäßig strenge Kontrollen und Überwachungen durchgeführt werden. Statistisch gesehen gibt es in keiner Art von Kraftwerk so wenig Unfälle wie in Atomkraftwerken. Das Problem dabei ist nur, dass im Falle eines Unfalls die Zerstörung der Umgebung sehr folgenreich sein kann. Wenn bei einem Unfall oder Störfall in einem Atomkraftwerk radioaktive Strahlung austritt, hat das schwere Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt. Einerseits können durch direkte Strahlung schwere Verbrennungen und akute Krankheiten ausgelöst werden und andererseits werden durch radioaktive Strahlung Zellen und das Erbgut verändert. Somit kann es sein, dass betroffene Personen erst nach mehreren Jahrzehnten Krebserkrankungen ausprägen oder fehlentwickelte Kinder zur Welt bringen. Eine Strahlungsbelastung von mehr als 80 Sievert für sofort zum Tod. Wenn die Dosis zwischen 50 und 80 Sievert liegt, verliert die betroffene Person nach mehreren Minuten das Bewusstsein und stirbt wenige Stunden danach an einem akuten Versagen des Nervensystems.

Die Entsorgung des radioaktiven Abfalls stellt eines der größten Probleme der Atomkraft dar. Da das Kühlwasser stark kontaminiert ist und die verbrauchten Brennstäbe immer noch stark radioaktiv sind, können sie nicht einfach im Müll entsorgt werden. Es handelt sich dabei nämlich um Sondermüll, der fachgerecht und unter strengsten Auflagen entsorgt oder wieder aufbereitet werden muss. Lange Zeit wurden Fässer mit radioaktivem Abfall tief in der Erde oder je nach Schwere der radioaktiven Verseuchung in alten Salzbergwerke vergraben. Da die Halbwertszeit von radioaktiven Substanzen eine Millionen Jahre beträgt, stellt die sichere Lagerung ein großes Problem dar. Bei der Halbwertszeit handelt es sich um die Zeit, die ein radioaktiver Stoff braucht, um nur noch die Hälfte seiner Strahlung freizusetzen.

Viele Experten machen sich Sorgen darüber, dass Terroristen in Zukunft vermehrt die Chance nutzen, Atomkraftwerke als Massenvernichtungswaffe einzusetzen. Die meisten Atomkraftwerke sind aus Sicherheitsgründen sehr gut bewacht und der Zutritt für nicht-autorisiertes Personal ist unmöglich. Deshalb wird nicht mit einem klassischem Überfall, sondern mit einem Cyber-Angriff gerechnet, bei dem sich die Terroristen in das Netzwerks des Kraftwerks hacken und das Kühlsystem deaktivieren oder an seine Grenzen bringen. Atomkraftwerke sind zwar mit Notfallsystemen ausgestattet, die aber im Fall eines mehrstündigen Angriffs nicht standhalten würden. Die Folge wäre eine Kernschmelze bei der Radioaktivität in höchster Menge frei aus dem Kernkraftwerk austreten und sehr viel Schaden an Menschen, Tieren und der Umwelt anrichten würde.

Die Folgen des Uranabbaus sind unter Experten umstritten. Uran in seiner natürlich vorkommenden Form strahlt nur sehr schwach radioaktiv, weswegen es keine Belastung darstellt. Der sogenannte Abraum, also das Gestein, das nach dem Abbau übrig bleibt und entsorgt werden muss, kontaminiert oft an seinem Endlager das Grundwasser und durch entstehenden Staub die Luft. Dies liegt aber nicht an der Strahlenbelastung des Gesteins, sondern an der hohen Konzentration an Metallen, die sich in Abraum finden lassen. Obwohl der Abraum kaum mehr als das Uran selbst radioaktiv belastet ist, besteht für Menschen die in der Nähe von aktiven und inaktiven Endlagern leben, eine erhöhte längerfristige Belastung.

Die mögliche CO2-Belastung, die durch den Abbau entsteht, ist oft umstritten, da der Abbau und die Lagerung des Abraums energieintensiv sind.

Was waren die schlimmsten Nuklearunfälle in den letzten Jahrzehnten?

Der Nuklearunfall von Tschernobyl in der Ukraine ist der wohl bekannteste, da es sich bei ihm um den Folgenreichsten handelt. Im Jahr 1986 Explodierte in Block 4 einer der Reaktoren. Ausgelöst durch eine Sicherheitssimulation geriet die Situation außer Kontrolle und die Kernschmelze trat ein. Durch die entstandene radioaktive Wolke wurde im Umkreis von mehreren Tausend Kilometern erhöhte Strahlung gemessen.

Ausgelöst durch ein Erdbeben der Stärke 9,0, folgte ein Tsunami, der auf die japanische Küste zukam. Dieser überschwemmte das Atomkraftwerk Fukushima und trennte das Kraftwerk von der Stromversorgung und schließlich schaltete sich das Kühlsystem ab. Dadurch kam es in drei von sechs Reaktoren zu einer Kernschmelze und schließlich wurden verseuchte Stoffe durch den Wind in ganz Japan verteilt.

Hat dir der Beitrag gefallen?