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Warum hat Irland zwei Hauptstädte? – Aufklärung

Warum hat Irland zwei Hauptstädte

Die Hauptstadt von Irland ist Dublin und die Hauptstadt von Nordirland ist Belfast. Doch warum ist das so? Die Gründe dafür liegen im Nordirlandkonflikt, deren Ursachen viele Jahrhunderte zurück reichen. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ereignisse zu diesem bedeutenden Ereignis innerhalb des British Empires und Europas.

Wer kämpfte gegen wen beim Nordirlandkonflikt?

Der Nordirlandkonflikt besteht zwischen zwei Bevölkerungsgruppen in Nordirland:

  1.  Protestanten, die für eine Union mit England sind und daher auch Unionisten genannt werden. Diese Gruppe bildet die Mehrheit der Bevölkerung in Nordirland. Sie besteht meist aus Nachkommen von englischen und schottischen Einwanderern.
  2.  Katholiken, die gegen eine Union mit England sind und als Republikaner der konservativen Seite angehören. Sie wollen dafür eine Vereinigung mit der Republik Irland im Süden.

Nordirland wurde nach dem Irischen Unabhängigkeitskrieg 1921 gegründet. Mit dem Karfreitagsabkommen 1998 wurden die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen vorerst beendet.

Der Nordirlandkonflikt setzte sich wegen der Teilung des Landes eine lange Zeit fort und prägte die irisch-britische und innere Politik bis in die 2000er Jahre maßgeblich.

Mit dem Karfreitagsabkommen im Jahr 1998 verzichtete die Republik Irland auf die Forderung nach einer jahrelang forcierten Wiedervereinigung mit Nordirland. Das führte zu einer deutlichen Entspannung zwischen der Republik Irland und Nordirland. Die Möglichkeit einer Vereinigung zwischen den beiden Gebieten ist dennoch nur durch einen Mehrheitsbeschluss bei der nordirischen Bevölkerung möglich. Bisher kam es dazu aber nicht.

Der Nordirlandkonflikt: Die wichtigsten Ereignisse im Überblick

  • Der Konflikt zwischen Nordirland und der Republik Irland geht auf die englische Eroberung Irlands zurück
  • Irland wurde bereits im Jahr 1169 im östlichen Teil des Landes von den Engländern erobert
  • 1607 siedelten geflüchtete Grafen aus England, Walis und Schottland in Ulster, im Norden Irlands an, was zur Enteignung der Iren führte
  • Auflösung des Staates Irland durch das Unionsgesetz von 1800
  • 1801 entstand das Vereinte Königreich von Großbritannien und Irland
  • Irland kämpfte weiterhin für die Unabhängigkeit von England
  • Die katholische Mehrheit in Irland waren für ein autonomes Irland (Republikaner), die Protestanten im Land (Unionisten) gegen ein unabhängiges Irland
  • 1920 bekam der Norden Irlands unter dem Government of Ireland Act ein eigenständiges Parlament für die überwiegend protestantische Bevölkerung (pro Union mit England)
  • Sechs der neun Grafschaften in Ulster, bildeten das neue Parlament in Nordirland
  • 1919-1921 kam es nach dem Ersten Weltkrieg zu einem blutigen Bürgerkrieg in Irland, was für große Teile des Landes zur Unabhängigkeit von Großbritannien führte
  • 1921 wurde der anglo-amerikanische Vertrag unterzeichnet mit dem der Süden Irlands den Status eines Freistaats innerhalb des British Empires erhielt
  • 1948 wurde der irische Freistaat zur Republik Irland
  • 1922 kam es zum irischen Bürgerkrieg zwischen Irland und Nordirland
  • Republikanische IRA-Einheiten (pro vereintes Irland, gegen die Abspaltung Nordirlands) starteten eine bewaffnete Kampagne gegen den neuen nordirischen Staat
  • Die pro-britischen Protestanten in Nordirland erklärten die republikanischen Katholiken in Irland als Fremdkörper und Staatsfeinde
  • In Nordirland wurde die katholische Minderheit zunehmend unterdrückt und diskriminiert
  • Die Unionisten sorgten dafür, dass Nordirland von 1921 bis 1972 durchgehend nur von einer einzigen Partei regiert wurde, der Ulster Unionist Party (UUP)
  • 1949 erklärt sich der Freistaat Irland endgültig zur Republik und trennte damit die letzten Verbindungen mit Großbritannien ab
  • Mit dem Karfreitagsabkommen 1998 wurden die bewaffneten Auseinandersetzungen in Nordirland vorerst beendet