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Was war der Checkpoint Charlie? – Aufklärung

Der Checkpoint Charlie war ein Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin. Der Grenzübergang an der Berliner Mauer wurde 1961 erbaut und gehörte mit dem Mauerfall 1990 der deutschen Geschichte an. Der Checkpoint verband in der Friedrichstraße zwischen der Zimmer- und der Kochstraße den amerikanischen mit dem sowjetischen Sektor. Somit wurde der Checkpoint Charlie als Grenzkontrollpunkt zwischen dem Bezirk Mitte in Ost-Berlin sowie dem Bezirk Kreuzberg in West-Berlin dauerhaft installiert . Die West-Allierten richteten von August bis September 1961 mit dem Mauerbau den Grenzkontrollpunkt ein. Der Checkpoint Charlie diente dazu, den Militärpersonalangehörigen trotz der erbauten Mauer das Überschreiten der Sektorengrenze zu ermöglichen. Mit dem Übergang über die Grenze wurden die Personalien kontrolliert sowie registriert. Anschließend erfolgte eine Belehrung der Personen, welche den Grenzübergang nach der Kontrolle passieren durften.

Spektakuläre Fluchten am Checkpoint Charlie

Am Checkpoint Charlie fanden immer wieder Fluchtversuche von DDR-Bürgern statt. Bekannt wurden Fällen wie von Peter Fechter. Seine Flucht endete tödlich. Er wurde von am 17. August 1962 von mehreren Schüssen getroffen und verblutete. Selbst ein Volkspolizist der DDR versuchte aufgrund einer Geiselnahme eines Passkontrolleurs die Flucht. Auch er wurde erschossen, da die Grenzbeamten dem Schießbefehl ihrer Regierung Folge zu leisten hatte. Flüchtende DDR-Bürger sollten an der Flucht gehindert werden. Von der Schusswaffe durfte Gebrauch gemacht werden.

So kam es am 29. August 1986 am Checkpoint Charlie wieder einmal zu einem ungewöhnlichen Vorfall. Drei DDD-Bürger durchbrachen mit einem 7,5-Tonner erfolgreich die Grenzsperren am Checkpoint Charlie. Der letzte Flüchtling kurz vor Mauerfall war ein Bürger aus Karl-Marx-Stadt. Er überwand den Grenzübergang im Kofferraum mit seiner Tochter. Das Fahrzeug fuhr ein Alliierter. Mit dem Mauerfall 1989 wurde der Checkpoint Charlie sowie die dazugehörige Ost-Berliner Grenzanlage stillgelegt.

Checkpoint Charlie im 21. Jahrhundert

Das ehemalige Gelände des Checkpoint Charlie zählt heute noch zu den bekanntesten Sehenswürdigkeit der Hauptstadt. Im Jahre 2000 wurde eine originaltreue Nachbildung der ersten Kontrollbaracke errichtet. Die Enthüllung fand am 13. August 2000 statt. Zudem gibt es seit dem 14. Juni 1963 das „Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie“. Das Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Mauer. Das Zeitgeschehen rund um den Mauerbau, die Fluchten sowie den anschließenden gewaltfreien Kampf. Veranschaulicht werden die Grenzanlage sowie viele Fotos und Dokumentationen von Fluchtmitteln und fehlgeschlagener Fluchtversuche. Das Museum befindet sich im Haus am Checkpoint Charlie des Architekten Peter Eisenman. Bekannt ist zudem sein Entwurf des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Das Mauermuseum gehört zu den meistbesuchten Museen in Berlin.

Der Checkpoint Charlie in den Medien

Der Checkpoint wurde in so manche Filmstreifen integriert. „Der Spion, der aus der Kälte kam“ wurde weltberühmt. Im Jahre 1965 wurde der Film mit Richard Burton gedreht. In der Eröffnungsszene ist der Checkpoint Charlie zu sehen. James Bond ließ es sich zudem nicht nehmen, in „Octopus“ im Jahre 1983 den Checkpoint Charlie in eine Szene einzubinden. Der deutsche Komiker Dieter Hallervorden war in der „Schnüffler“ am Checkpoint Charlie zu sehen. Zu Beginn des Streifens fuhr er mit einem Taxi von Ost- nach West-Berlin. Zur Aufarbeitung der deutschen Geschichte folgte im Jahr 2007 ein zweiteiliger Spielfilm: „Die Frau vom Checkpoint Charlie“. Dem Fernsehpublikum wurden die spektakulären Protestaktionen von der Bürgerrechtlerin Jutta Flecks in den 80er-Jahren mit dem 2-Teiler näher gebracht. Ihre Proteste fanden direkt am Checkpoint Charlie statt. Diese gingen soweit, dass es zwischen der BRD und der DDR zu diplomatischen Verstimmungen kam.