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Die Revolution frisst ihre Kinder – Bedeutung des Zitats

Das Zitat “ Die Revolution frisst ihre Kinder“ findet seinen Ursprung in der griechischen Mythologie. Der Sage nach erlangte Saturn seine Macht durch die Kastration und die Entmächtigung seines eigenen Vaters. Eine Prophezeiung sagte ihm voraus, dass sein eigener Sohn ihn eines Tages ebenfalls entmächtigen wird. Daraufhin aß Saturn alle seine Kinder.

Desweiteren findet das Zitat seine Wurzeln in der französischen Revolution. Der französische Rechtsanwalt und Revolutionär Pierre Vergniaud wurde am 31. Oktober 1793 hingerichtet. Seine letzten Worte lauteten: „Bürger, es steht zu befürchten, dass die Revolution wie Saturn nach und nach all ihre Kinder verschlingt und am Ende den Despotismus mit all seinem Unheil gebiert“. Er bezog sich damit auf die Uneinigkeiten und Kämpfe zwischen den Revolutionären, die die Französische Revolution schwächte und den radikaleren Revolutionären zu mehr Macht verhalf.

Als dritte Wurzel des Zitats lässt sich Georg Büchners Drama „Dantons Tod“ nennen. Das Drama spielt zur Französischen Revolution. Büchner lässt Danton den folgenden Satz sagen:“ Ich weiß wohl,- die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder“.

Die Bedeutung des Zitats

Das Zitat sagt aus, dass während einer Revolution oder eines Umbruchs, die Revolutionäre (die Kinder der Revolution)scheitern und der Revolution selbst zum Opfer fallen. Revolutionen radikalisieren sich und führen zu neuen Machtansprüchen oder stellen alte Herrschaftssysteme wieder her. Oft werden auch die Ideale der Revolution verraten und somit die Kinder der Revolution von ihr selbst gefressen. Die Revolution war zu Beginn etwas Gutes, hat sich nun aber in etwas Negatives verwandelt oder gar selbst zerstört, indem sie zum Beispiel zu den früheren Zuständen zurück gekehrt ist.

Grundsätzlich zeigt das Zitat den Gegensatz zwischen den radikalen Ideologien einer Revolution und ihrer Umsetzung auf. Die Umsetzung sorgt oft dafür, dass sich die Revolution am Ende selbst zerstört, also auffrisst, indem sie ihre anfänglichen Ideale verrät, sich radikalisiert oder zu den früheren Zuständen zurück kehrt.

Wie die Französische Revolution ihre Kinder auffraß

Zu Beginn der Französischen Revolution hatten alle Gegner der Monarchie das gleiche Ziel. Die Monarchie sollte abgeschafft und Gleichheit für alle hergestellt werden. Nach dem Sturz des Königs entstanden mehrere Lager, die alle das gleiche Ziel hatten für das Gleiche kämpften. Die Girondisten waren sich jedoch nicht sicher, was mit dem König geschehen sollte, während die Jakobiner ihn hängen sehen wollten. Zu Beginn dachte man, alle drei Stände kämpften für die selbe Sache: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. 1793 gelangten jedoch die Jakobiner unter Robespierre an die Macht. Die sogenannten „Schreckensherrschaft“ begann. Die Königsfamilie wurde gehängt und alle, die sich einst nicht sicher waren, was mit dem König geschehen sollten, wurden verfolgt und wegen Verrats an der Revolution hingerichtet. Das Schreckensgesetz von 1794 erleichterte die Hinrichtungen auf Amtswegen. Im Namen der Revolution ließen nun viele Menschen ihr Leben. Auch Robespierre selbst wurde Opfer seiner Schreckensherrschaft. Er wurde am 28. Juli 1794 gehängt und die Terrorherrschaft beendet. Nun war das Volk gegen die Jakobiner und die Revolution fraß ihre eigenen Kinder. Während der Revolution wurden durch Kämpfe und Todesurteile, ein Großteil der Revolutionäre durch Revolutionäre selbst getötet. Die Revolutionäre fielen ihrer eigenen Revolution zum Opfer.