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Revolution von oben & von unten – was ist der Unterschied?

Eine Revolution ist eine radikale Umwandlung bestehender Verhältnisse. Meist sind Revolutionen kämpferische und gewalttätige Veränderungen des Systems. In seltenen Fällen können Revolutionen aber auch friedlich ablaufen, wie zum Beispiel das Ende der DDR 1989. Revolutionen entstehen meist, wenn die Bevölkerung mit den wirtschaftlichen oder sozialen Zuständen unzufrieden ist und dagegen vorgehen will. Von einer Revolution wird aber auch bei bahnbrechenden Erfindungen oder wissenschaftlichen Entdeckungen gesprochen. Da diese, wie zum Beispiel die Erfindung des Computers, große Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Revolutionen führen immer Transformationen herbei.

Revolution von oben – Begriffseinordnung

Der Begriff Revolution von oben wird verwendet, wenn eine Revolution von den herrschenden Mächten in Politik und Gesellschaft, also von oben, durchgeführt wird. Der Begriff sagt aus, dass die Umwälzungen von gesellschaftlich höheren Personen eingeleitet werden. Im Gegensatz zu der Revolution von unten, wird die Revolution von oben nicht durch Personen initiiert, die sich in der Minderheit sehen. Oft werden grundlegende Reformen von oben durchgeführt, um eine Revolution des Volkes abzuwenden oder um eine grundlegende Veränderung im Staat, ohne Eingreifen des Volkes, durchzuführen. Eine Revolution von oben geht meist mit einem Wechsel der politischen Verhältnisse nach einer schweren Krise einher. Revolutionen von oben werden meist sehr schnell durchgeführt, um Aufstände zu verhindern. Da es aber meist nicht im Interesse der Mächtigen ist, Veränderungen herbeizuführen, finden Revolutionen von oben nur selten statt.

Revolutionen von oben – Beispiele

Die Preußischen Reformen von 1807 bis 1815 gelten als Revolution von oben, da sie eine Reaktion auf die Niederlage gegen Napoleon sind. Die notwendigen Reformen waren schon vorher sichtbar. Die Niederlage gegen Napoleon hing auch mit den erstarrten Machtstrukturen Preußens zusammen. Schon vor dem Krieg war für viele Politiker sichtbar, dass Reformen nötig waren. Nach dem Sieg Napoleons waren diese nun unvermeidbar.
Die Novemberrevolution im Jahre 1918 war die Geburtsstunde der Weimarer Republik und ebenfalls eine Revolution von oben. Um weiteres Chaos, Kämpfe oder sogar eine Revolution von unten zu verhindern, wurde die Reichsleitung, durch eine Revolution von oben, abgesetzt. Eine Reichsregierung wurde ernannt. Diese wurde zum ersten Mal von einem Parlament gewählt.
Das Ende der DDR gilt ebenfalls als Revolution von oben, obwohl sie durch Bürgerbewegungen in Gang gesetzt wurde. Da die Machthaber ebenfalls das Ende der DDR wollten, leiteten sie den Umbruch ein und führten diesen auch durch.

Revolution des Volkes – Revolution von unten

Die Revolution von unten bezeichnet eine Revolution, die vom Volk ausgeht. Leidet das Volk unter den gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Bedingungen, sollen diese Verhältnisse durch einen Umsturz geändert werden. Grundsätzlich sind fast alle Revolutionen eine Revolution von unten, da die Machthaber nur in seltenen Fällen ein Interesse an Veränderungen haben.

Die Revolution von 1848/49 – eine Revolution von unten

Die Revolution von 1848/49 ist eine Revolution von unten, da sie vom Volk begonnen wurde. Die Revolutionäre waren Studenten, Bürger und Arbeiter. Sie verlangten eine freiheitliche Verfassung, die das Volk einigte. Das Volk wollte Demokratie und zwang die Fürsten zu liberalen Eingeständnissen. Die Fürsten schlugen die Aufständen nieder, die Revolutionäre verloren ihren Kampf. Die Revolution von 1848/49 entsprach nicht den Wünschen der Herrschenden und ist ganz klar eine Revolution von unten.