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Warum ist Meerwasser salzig? – einfache Erklärung

Salziges Meerwasser verwundert viele Menschen

Wer schon einmal am Meer war und einen Schluck des Wassers probiert hat, weiß, dass es salzig schmeckt. Doch nicht alle Gewässer schmecken salzig. Die meisten Flüsse und Seen der Welt gelten als Süßwasser-Reservoire. Warum kommt es also vor allem in unseren Ozeanen zu solch einer hohen Konzentration an Salz im Wasser?

Das ist der Grund für salziges Meereswasser

Der Grund für salzige Meere liegt an Land, genauer gesagt in den dortigen Mineralien. In den Gesteinen der Erde kommen Salze auf natürliche Weise vor. Grundwasserquellen lösen sie aus Felsen und Steinen heraus und befördern sie an die Oberfläche. In Form von kleinen Rinnsalen läuft das Wasser in Höhenlagen über Felsformationen gen Tal und überquert dadurch weitere Gesteine, kann sogar mitunter immer wieder einmal in Gesteins- und Erdschichten verschwinden und woanders wieder auftauchen. Auf seinem Weg nach unten, nimmt das Quellwasser allerlei Mineralien auf, die gesammelt von vorwiegend verschiedenen Rinnsalen zu einem kleinen Bach werden.

Wasser fließt aus der Quelle den Hang hinab und wäscht dabei Mineralien aus

Formiert als Bach, fließt dieser weiter hinab und kann auf seinem Weg durch weitere Quellen gespeist, zu einem kleineren Fluss werden. Diese Flüsse werden auf ihrem Weg nicht selten von mehreren Zuflüssen gespeist oder sie bilden selbst Seitenarme aus, die sich durch die Landschaft schlängeln. Oft sind Flüsse mehrere Hundert, manchmal sogar Tausende von Kilometer unterwegs, bis sie schließlich im Meer münden. Andere Flüsse durchqueren zunächst kleine oder große Seen und sorgen so dafür, dass noch mehr unterschiedliche Mineralien in ihrer Strömungen transportiert werden können. Fast alle Flüsse führen Salz mit sich, doch die Verweildauer der dortigen Salzionen ist meisten zu kurz und ihr Vorkommen zu gering, als dass diese als Süßwasser bezeichneten Abläufe salzig schmecken würden.

Ausnahme: Salzige Flüsse

Eine Ausnahme bildet zum Beispiel der Ebro-Fluss. Im Nord-Osten Spaniens gelegen besitzen dieser und andere Zu- und Nebenflüsse oftmals deutlich mehr Salz als die Konzentration des Mittelmeeres aufweisen kann. Er entspringt in Fontibre, einem kleinen Gebirgsort in Spanien. Auf 910 Kilometern Länge durchzieht er den Norden des Landes und fließt nicht in den näher gelegenen Atlantik, sondern nimmt den Weg auf sich, um in das Mittelmeer zu münden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Salzgehalt nicht ausschließlich auf natürliche Ursachen zurückgeführt werden kann. Zwar stammt das ausgewaschene Salz aus Gesteinen, doch diese wiederum entstammen größtenteils aus dem Bergbau. Auch die Agrarwirtschaft trägt ihren Teil dazu bei, Flüsse weltweit salziger werden zu lassen. So kann Düngemittel, aber auch Streusalz eine Ursache dafür sein, den Salzgehalt in Flüssen dauerhaft zu erhöhen. Damit fließen diese Gewässer mit noch mehr Salz in die Meere. Die Folgen dabei sind für die Umwelt noch ungewiss.

Flüsse münden im Meer und steigern so den Salzgehalt der Ozeane

Das Ende vieler Flüsse ist das Meer. In allen Ozeanen der Welt sammeln sich die so zugeführten Materialien, darunter vor allem Salze bereits seit Milliarden von Jahren. Ununterbrochen fließen Flüsse immer wieder erneut in die Meere und tragen dazu bei, den Salzgehalt kontinuierlich zu steigern. Chlor und Natrium sind die Bestandteile das in Wasser gelösten Meersalzes. Noch vor der Antike erkannten die Menschen, dass sich das Salz aus dem Meer gewinnen und zur Würzung von Speisen nutzen lässt. Auch zum Pökeln und somit zur Unterstützung der Haltbarkeit von Lebensmitteln lässt sich das Salz verwenden. In großen Salinen wird die Gewinnung von Salz durchgeführt. Sie können in Gebirgsregionen stehen und dort das Salz aus dem Gestein fördern oder in der Nähe von Meeresufern. Auch das Salz, das in Gebirgsregionen gefördert wird, stammt meistens aus Meeresablagerungen.

Zuläufe fördern das Salzwasser

Dort wo vor Jahrmillionen Ozeane existierten, stehen heutzutage oftmals Berge, die in Gesteinsschichten die Salzablagerung uralter Ozeane beherbergen und somit nutzbar gemacht werden können. Bei solch einem Salz spricht man von Natriumchlorid. Dieses Salz ist in der Küche besser bekannt als Kochsalz. Es ist heutzutage preiswert erhältlich, doch früher galt das Salz als echte Wertanlage und wurde sogar als Währung eingesetzt. Nicht jedes Meer ist übrigens gleich salzig. So weist die Nordsee beispielsweise eine höhere Salzkonzentration auf, als die Ostsee. Dies liegt daran, dass die Ostsee anders als die Nordsee lediglich durch eine kleine Meerenge mit Salzwasser gespeist wird, wohingegen die Nordsee einen großen Zulauf an Salzwasser durch den Atlantik besitzt.