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Warum ist Afrika so arm? – Gründe, Geschichte einfach erklärt

Afrika ist der Kontinent mit den meisten in Armut lebenden Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung dort lebt unterhalb der Armutsgrenze. Vor allem die Familien mit Kindern leiden sehr unter diesem Umstand.

Definition für Armut

Der Begriff der Armut wird sehr trivial verwendet. Es existieren viele Definitionen. Der Human Development Index, kurz HDI, setzt zum Beispiel auf verschiedene Indikatoren, an denen sich die Armut verschiedener Länder messen lassen soll.

Zu diesen Indikatoren zählen das Pro-Kopf-Einkommen, die Lebenserwartung und der Bildungsindex, der anhand der durchschnittlichen und voraussichtlichen Schulbesuchsdauer berechnet wird. Wenn der Bildungsgrad und die Weiterbildungsmöglichkeiten in einem Land sehr niedrig sind, ist auch die Armut sehr hoch, denn ohne Bildungsabschlüsse ist die Chance, eine solide bezahlte Arbeit zu finden, äußerst gering.

Kreislauf der Armut

In den ländlichen Regionen Afrikas ist die Armut in den letzten Jahrzehnten noch höher angestiegen. Dabei hat die Armut enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und das Leben der Menschen. Aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel leiden viele Menschen in Afrika an Hunger. Zwanzig Prozent der dort angesiedelten Bevölkerung gilt als unterernährt. Diese Unterernährung und die mangelnde ausreichende Versorgung mit essenziellen Nährstoffen und Vitaminen hat gerade auf die kleinsten der Gesellschaft extreme Auswirkungen. Viele Kinder leiden unter Wachstumsstörungen und zeigen körperliche sowie geistige Defizite. Viele Kinder versterben bereits früh an einer Mangelernährung oder an Krankheiten wie Malaria oder Lungenentzündung.

Aufgrund der spärlichen Infrastruktur existieren zu wenige Schulen. Viele Eltern haben nicht die Möglichkeit, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Zudem sind die meisten Familien so arm, dass bereits Kinder arbeiten müssen, um die Familie finanziell zu unterstützen. Da bleiben wenig Zeit und Raum für Bildung. Viele Bürger können weder lesen noch schreiben. Die Folge von geringer Bildung und nicht vorhandener Schulabschlüsse sind Arbeitslosigkeit oder Arbeit zum Niedriglohn.

Auswuchernde Korruption

In vielen der afrikanischen Länder, die als arm eingestuft werden können, herrscht sehr hohe Korruption. Staatliche Gelder versinken in privaten Taschen und auch die Summen, die die Länder von der Entwicklungshilfe aus reichen Staaten erhalten, versickern in undurchsichtige Geldflüsse, die meist immer wieder bei der Elite des Landes landen und nicht dort ankommen, wo sie benötigt werden. So stehen vor allem die afrikanischen Eliten der Entwicklung der eigenen Wirtschaft meistens selbst im Weg.

Bevölkerungswachstum

Eine wesentliche Ursache für die extreme Armut ist das hohe Bevölkerungswachstum in Afrika. In den Regionen mit der höchsten Geburtenrate bekommt eine Frau im Durchschnitt sieben Kinder. In den letzten Jahren wurden viele Verhütungskampagnen gestartet, um die Bevölkerung aufzuklären. Doch die Geburtenrate steigt weiterhin. Die eh schon gering ausgeprägte Wirtschaft kann dieses hohe Bevölkerungswachstum nicht auffangen und ist nicht auf die Masse an Menschen ausgelegt.

Klimawandel

Der Klimawandel macht auch vor Afrika nicht halt. Viele Dürreperioden und Hitzewellen schaden der Landwirtschaft und machen eine Ernte unmöglich. Der eintretende Regen führt oftmals zu Überschwemmungen, die nicht nur die gepflanzten Samen herausspülen, sondern auch Menschenleben fordern oder Häuser zerstören. Dadurch wurde die Hungersnot in Afrika noch weiter verschlimmert. Die klimatischen Bedingungen sind damit auch ein Grund für die extreme Armut.

Medizinische Versorgung

Aufgrund der geringen medizinischen Versorgung ist eine Behandlung vieler Krankheiten in Afrika nur unzureichend möglich. Die fehlende Aufklärung lässt die Ausbreitungsrate ins unermessliche steigen. Deshalb grassiert das HI-Virus noch immer in Afrika, obwohl es im Rest der Welt so gut es geht eingedämmt werden konnte. Oftmals führen Unwissenheit und Geldmangel dazu, dass keine Behandlung erfolgt. Das bedeutet, dass viele Menschen an AIDS versterben und Kinder hinterlassen, die einer noch größeren Armut zum Opfer fallen. Auch Krankheiten wie Malaria oder Ebola verbreiten sich stark und führen zu vielen Todesfällen, die auf dem dürftigen Arbeitsmarkt gerade im Bereich der Landwirtschaft eine große Lücke hinterlassen.

Politik

Einige Länder in Afrika werden demokratisch regiert. Dies bildet aber nur die Ausnahme. Viele andere Staaten unterliegen einem Alleinherrscher. Probleme bereiten auch korrupte Politiker. An vielen Stellen wird in die eigene Tasche gewirtschaftet und die Versorgung der Bevölkerung bleibt trotz Spenden und Entwicklungshilfen auf der Strecke.

Historischer Hintergrund

Ein Grund für die Armut Afrikas liegt zudem in der Geschichte des Kontinents. Europäische Länder haben jahrzehntelang die afrikanische Bevölkerung versklavt und sich an den zahlreichen Rohstoffen bereichert, denn der afrikanische Kontinent beherbergt viele wertvolle Ressourcen.

Der Kolonialismus, der Kalte Krieg und auch viele Bürgerkriege in den letzten Jahren haben die Situation in Afrika noch weiter verschlimmert. Dies führte auch dazu, dass die Menschen sich gezwungen sahen zu flüchten und ihre Heimat zu verlassen. Die Folgen sind unter anderem fehlende Arbeitskräfte, was sich gerade in der Landwirtschaft stark bemerkbar macht.